Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Methodik der quantitativen Salzsäurebestimmung im Mageninhalt
Person:
Kossler, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16880/2/
so fand K. Wag nerl) bei der Untersuchung des Mageninhaltes 
von Menschen und Hunden nach der Methode von Sjoqvist 
erheblich weniger Salzsäure als nach der von Winter; auch 
A. Hoffrnann*) berichtet, bei einer grösseren Reihe von ver¬ 
gleichenden Untersuchungen nach S j ö q v i s t und seiner eigenen 
Methode zum Theil Differenzen erhalten zu haben, welche die 
Fehlergrenzen weit übertrafen. 
Diese Angaben veranlassten mich, einige der gebräuch¬ 
lichsten Methoden zur Bestimmung der physiologisch wirk¬ 
samen Salzsäure einer genauen Nachprüfung zu unterwerfen, 
um diejenigen kennen zu lernen, welche ihrem Zwecke wirk¬ 
lich entsprechen, und zugleich eine Anschauung darüber zu 
gewinnen, wie die bei Untersuchung des natürlichen Magen¬ 
saftes mittels verschiedener Methoden erhaltenen Unterschiede 
zu erklären seien. 
^ Bevor ich zur Darstellung meiner eigenen Untersuchungen 
schreite, möchte ich den Standpunkt näher kennzeichnen, den 
man bei der vergleichenden Beurtheilung des Werthes und 
der Anwendbarkeit der einzelnen Methoden zur quantitativen 
Salzsäurebestimmung einzunehmen hat. Man muss streng 
unterscheiden , ob ein Verfahren die gesammte physiologisch 
wirksame Salzsäure zu bestimmen gestattet, oder ob man 
nach demselben nur die im chemischen Sinne wirklich freie 
Salzsäure aufzufinden vermag. Bekanntlich findet sich ja die 
Salzsäure in der Verdaüungsflüssigkeit in zwei wesentlich ver¬ 
schiedenen Zuständen vor. Wenn man in einer gewissen 
Phase der Eiweissverdauung den Mageninhalt untersucht, so 
kann man neben unverändertem Eiweiss auch Acidalburnin 
und Albumosen in demselben nachweisen ; es ist also nicht 
die gesammte bis dahin secernirte Salzsäure, so weit sie nicht 
zur Sättigung der mit den Speisen eingeführten, alkalisch 
reagirenden Salze verbraucht worden war, als freie,.gänzlich 
ungebundene Säure in der Flüssigkeit vorhanden, sondern ein 
‘) K. E. Wagner, Arch, de Physiologie norm, et path., Bd.23, S. 410. 
1801, u. Wratsch, 1891, No. 7 (russisch). Im Wratsch die in den Arelu 
fehlende Tabelle. / 
s) A. Hoffmann, Centralbl. f. klin. Med., Bd. 11, S. 521. r
        

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