Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Methodik der quantitativen Salzsäurebestimmung im Mageninhalt
Person:
Kossler, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16880/16/
«1 ritte Portion wird ohne Zusatz verascht und auch hier 
wiederum die Chlormenge bestimmt. Der Chlorgehalt der 
Probe 2 weniger dem Chlorgehalt der Probe 3 ergibt die 
Menge der an organische Substanzen und an Ammoniak 
gebundenen Salzsäure. 
Die gesammte aus Probe 1 ermittelte Chlormenge weniger 
dem an anorganische Basen gebundenen Chlor, dessen Quantität 
in Probe 3 bestimmt wird, würde somit als Maass der physio¬ 
logisch wirksamen Salzsäure anzusehen sein, doch hebt Winter 
selbst hervor, dass in dieser Differenz das Chlor des eventuell 
vorhandenen Chlorammoniums mit inbegriffen ist. Es müsste 
folglich, falls Chlorammonium gegenwärtig ist, der Werth für 
die physiologisch wirksame Salzsäure nach dieser Methode zu 
hoch gefunden werden. Allein das Vorkommen von Chlor¬ 
ammonium im Mageninhalt scheint nach den bisher darüber 
vorliegenden Angaben ein sehr seltenes zu sein. Wenigstens 
fand L eo *) in der grossen Mehrzahl der darauf untersuchten 
Palle keine Spur von Ammoniak im Mageninhalt, und nur 
in einigen Fällen geringe, kaum in’s Gewicht fallende Quanti¬ 
täten. Auch die C. Schmidt’schen Analysen* 2) von Hui]de- 
magensaft ergaben nur einen sehr geringen Procentgehalt an 
< îhiorammonium. Es konnte demnach diese Fehlerquelle der 
Win ter’sehen Methode für die meisten Bestimmungen nicht 
in Betracht kommen. 
Die auffällig grossen Differenzen, welche K. Wagner3) bei 
vergleichenden Bestimmungen nach Sjöqvi st und W int er 
zu Ungunsten der ersteren Methode erhielt und die ich nicht 
allein auf die bei der Bestimmung nach Sjöqvist statt¬ 
lindenden Verluste (siehe weiter unten) beziehen zu können 
glaubte, sowie eigene Untersuchungen, wobei ich in Parallel¬ 
versuchen nach der Winter’sehen Methode höhere Wertlie 
erhielt, als nach der von Leo, haben mich veranlasst, auch 
‘) H. Leo, Deutsche med. Wochenschrift, No. 41, 1891, 
2) Bidder u. Schmidt, Die Verdauungssäfte und der Stoffwechsel. 
185*2, S. 4d. 
3) K. E. Wagner, Archives de Physiol, u. Wratsch, a. a. 0.
        

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