Bauhaus-Universität Weimar

Vorkommen von Myristinsäure in der Rindergalle. 
Von • 
Lassar-Cohn. 
(MittHeilung aus dem KGuigsberger Institut für medleiuisehe Chemie umi Pharmakologie.) 
(Dor Redaction zugegangen am 25. Mai 1892.) 
Stellt man Cholalsäure nach der M y Musischen1), jeden¬ 
falls bequemsten aller bisherigen Methoden dar,'so extrahirt 
inan bekanntlich die nach vierundzwanzigstündigem Kochen 
mit Natronlauge und späterem Einleiten von Kohlensäure zur 
Trockene gedampfte Galle mit Alkohol, verdünnt das Filtrat 
mit vier Theilen Wasser und setzt nun, so lange die Flüssig¬ 
keit dadurch noch gefällt wird, eine Lösung von Bariumchlorid 
zu. Da cholalsaures Barium im verdünnten Alkohol leicht 
löslich ist, fallen hierbei nur die Bariumsalze fremder Säuren aus. 
Ihre Quantität ist nicht allzu bedeutend. Die im Laufe 
der Zeit aus 100 Litern Galle erhaltene Menge von ihnen 
befand sich auf vielen Faltenfiltern zerstreut, und. Um zu den 
in denselben vorhandenen Säuren zu kommen, wurden die 
Filter in einem eisernen Gefass mit einer Lösung von 400 gr. 
Natriumcarbonat in sechs Litern Wasser längere Zeit gekocht. 
Diese Menge Natriumcarhonat genügte sicher zur lieberführung 
aller Barium- in Natriumverbindungen. 
Nachdem das Magma durch Decantiren in einem hohen 
Gelass möglichst ausgewaschen war, ward der Rückstand 
schliesslich an der Pumpe abgesogen. 
Die gesummten Auszüge wurden hierauf auf dem Wasser- 
bade zur Trockne gebracht und ihr Rückstand mit DOpro- 
’) Diese Zeitschrift, Bd. 12, Bit. 202.
        

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