Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage über das quantitative Verhalten der Schwefelsäure und der Aetherschwefelsäuren im Harn bei Diarrhöen: Ein Beitrag zur Kenntniss der Darmfäulniss
Person:
Bartoschewitsch, S. T.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16874/10/
Mittivl, welches die Entwickelung der organisirten Fermente 
liemmt, ohne die Wirkung der nicht organisirten zu be¬ 
hindern. lloppe-Sey 1er hat nachgewiesen, dass die grüne 
Färbung der Fäcahnassen bei Calomeldarreichung von 'der 
Anwesenheit unzersetzter Galle abhängt — bei normalen 
Darinprocessen geht das Bilirubin und Biliverdin in Hydro- 
bilirubin über, bei Anwendung des Galoniel aber sind Fäulniss- 
processe im Darm ausgeschlossen und werden daher diese 
Pigmente in Folge der gesteigerten Peristaltik als solche in 
den Faces ausgeführt. In den Versuchen an Hunden, welchen 
Calomel gegeben wurde, überzeugte sich Wassilieff von 
der Anwesenheit von Leucin und Tyrosin im Darminhalte, 
während das Indol, welches Brieger in llundefäces fast 
immer findet, nicht nachgewiesen werden konnte. Rad- 
z i e w s ky hat beim Calomel dasselbe gefunden. Za wads ky 
dagegen hat gefunden, dass ein Gemisch von Galle mit 
Calomel in vitro (6°/0) nach >5—4—5 Tagen zu faulen beginnt, 
wobei Albuminate nicht gebildet Werden; das Calomel, in 
Wasser sehr wenig löslich, geht in alkalischer Flüssigkeit in 
Queeksi 1 beroxydul über und wird dann in einer zur Hemmung 
der Faulniss genügenden Menge gelöst; die Versuche mit 
dein Bilirubin in alkalisch rcagirenden Flüssigkeiten haben 
gezeigt, dass das Calomel in diesem Falle in Quecksilber¬ 
oxydul übergeht, welches seinerseits sich in Sauerstoff, Queck¬ 
silberoxydul und Quecksilber zerlegt, indess das Bilirubin in 
Biliverdin oxydirt wird; in den Versuchen an Hunden wurde 
eine deutliche Grünfärbung, alkalische Reaction der Faces, eine 
Quecksilberoxydulverbindung und eine unbedeutende Quantität 
Biliverdin erhalten; die wässerige alkalische oder neutrale 
Queeksilberoxydullösung, desgleichen die alkalische Calomcl- 
oder Queeksilberoxydullösung (in Aetznatrium oder kohlen¬ 
saurem Natron) sind im Stande, die Alkoholgährung auf¬ 
zuheben oder sie wenigstens zu hemmen. Die Färbung der 
Fäcalmassen wird bedingt durch Oxydirung des Bilirubin in 
Biliverdin mit Ausscheidung metallischen Quecksilbers (welches 
die abführende Wirkung befördert und die geringe Giftigkeit 
des Calomel bedingt) und durch unzersetztes Gallen-Bitiverdin ;
        

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