Bauhaus-Universität Weimar

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Baumann und Käst in ihrer Arbeit «über die Beziehungen 
zwischen chemischer Constitution und physiologischer Wirkung 
Ihm einigen Sulfonen» erwähnt worden’). Seitdem sind von 
anderer Seite Beobachtungen über die Ausscheidung von un¬ 
verändertem Sulfonal irn Harn von Menschen gemacht worden. 
So fand 'Jaffé bei einem von Ne iss er1 2), beschriebenen Ver¬ 
giftungsfalle eines jungen Mannes, welcher ca. 100 gr. Sulfonal 
zum Zwecke des Selbstmordes eingenommen batte, unver¬ 
ändertes Sulfonal in dem Harn. Trotz der enormen Menge 
des eingenommenen Sulfonal« trat in diesem Falle völlige 
Genesung ein, welche wesentlich durch die zweckmässige Be¬ 
handlung des Erkrankten, nämlich die Einführung grosser 
Wassermengen, welche aus dem Körper das resorbirte Sulfonal 
ausspülten, bedingt worden ist. 
Neuerdings hat Jolies3) Bestimmungen des im Harn 
ausgeschiedenen Sulfonals bei solchen Personen ausgeführt, 
bei welchen in Folge von übermässigem Gebrauch von Sulfonal, 
oder von besonderen, noch nicht genauer bekannten, Compli- 
cationen der Sulfonalwirkung Vergiftungserscheinungen ein¬ 
getreten waren. Jolies berechnete die Mengen des Sulfonals 
im Harn aus den Bestimmungen des Schwefelgehaltes im 
ätherischen Auszuge des Harns, und fand, dass der Harn unter 
den genannten Umständen in 100 ebem. 0,003 bis 0,0IS gi. 
Sulfonal enthielt. y 
Während die Erfahrungen von Jolies über den Ueber- 
gang unveränderten Sulfonals in den llarn nicht im Wider¬ 
spruche mit den hier gemachten Beobachtungen sich befinden, 
stehen seine Angaben, dass beim Menschen nach Sulfonal- 
gebrauch eine erhebliche Zunahme in der Ausscheidung der 
gebundenen sowohl als der präformirten Schwefelsäure er¬ 
folge, in directem Gegensatz zu dem von mir gemachten 
Beobachtungen, nach welchen selbst grosse Gaben von Sulfonal 
beim Hunde ohne jeden Einfluss auf die Ausscheidung der 
Schwefelsäure irn Harn sind. 
1) Diese Zeitsohr,, Bä. It, S. (1880). 
2) Deutsche med. Wochenschr., 1801. No. 21. 
3) Plia rin af. Post. 1801, No. 52.
        

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