Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss des Cystins und des Cysteins. (Mitgetheilt von E. Baumann)
Person:
Brenziger, K.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16869/2/
Einwirkung von salpetriger Säure auf das Cystin Brenztrauben- 
säure gel)ildet würde und betrachteten desshalh das Qystin 
als Ï- Amidothiobrenztraubensäure, CH, (Nil,) — CS — (10011. 
Iloppe-Sey 1 er (diese Zeitschrift, Bd. -V S. 330) zeigte 
aber, dass das Cystin bei der Einwirkung von Alkalien, den 
Stickstoff in Form von Ammoniak völlig abgibt' und dabei’ 
kein Methylamin, wie nach der Formal von Dewar und 
Gamgee zu erwarten wäre, liefert. Aus eigenen Analysen ; 
des Cystins schloss Iloppe-Sey 1er, dass die (ly st informel 
von Dewar und Gamgee unrichtig sei und;entschied sich 
für die ältere Formel C3ILXSÖs, obwohl seine für Wasserstoff 
gefundenen Wertlie etwas zu niedrig ausgefallen waren.. 
Bald nachher zeigte Külz auf Grund eigener Analysen 
und solcher, welche von Laub en hei nier und von Toi lens 
(Zeitschrift lur Biologie, Bd. 20, S. (>) ausgeführt worden 
waren, dass nur die von Th au low aufgestellte Cystinformel 
C3lItiXS02 mit den analytischen Werthen in gutem Einklänge 
stelle, dass dieselbe jedoch wegen der unpaaren Zahl der 
ungeradwerthigen Elemente zu verdoppeln sei. Neuerdings 
ist es Külz gelungen, die Bildung des Cystins bei der Pan¬ 
kreasverdauung nachzu weisen’). 
Auf einem ganz anderen Weg«* als dem der Analyse 
> ■ * • . 
fand Baumann, dass dem Cystin die von Kiilz aüfgestellte 
Formel C6H„S,Ns04 in der That zùkommt, indem er zeigte, 
dass das Cystin das Disulfid eines mercaptanartigen Körpers 
des Cyst eins ist, welches die Formel 03II.NS02 besitzt. 
Baumann (diese Zeitschrift, Bd. 8, S. ,100) zeigte, dass das 
Cystin leicht durch Einwirkung von naschendem Wasserstoff ’ 
in Cystëin umgewandelt wird, und dass Letzteres durch Oxy¬ 
dation an der Luft und durch schwache Oxydationsmittel, 
wie Eisenchlorid in Cystin zurückverwandelt wird, d. hi dass 
tlas Cystin das Disulfid des Cystöins darstellt, wie aus folgen¬ 
den Formeln ersichtlich ist: 
C3H6NOi - SH 
Cystein 
•) Zeitsehr. f. Biol., Bd. 27, S. 415. 
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