Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Verhalten der Milch und ihrer wichtigsten Bestandtheile bei der Fäulniss
Person:
Winternitz, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16865/8/
<•= auch I«., sechs- und siebentägiger Einwirkung con¬ 
stant. Dass die Resultate in dieser Richtung hei der Fleisch- 
portion nicht übereinstimmten, wird kaum Wunder nehmen 
wenn man bedenkt, dass es sich hierum die Function kleinster 
Lebewesen handelt, deren Regulirung wir keineswegs in 4ier 
Ihmd haben, auch wenn man die äusseren Bedingungen noch 
so gleichartig zu gestalten sucht. Die Fäulnissprocesse ver- 
lanlen eben nur qualitativ in gleicher Weise, quantitativ 
dagegen sehr verschieden, indem bald mehr der eine bald 
mehr der andere Körper gebildet wird. Bei dem Umstande 
dass un Allgemeinen Pankreas für Kiuh.issfiihiger gilt als 
!■ leiseh-, bleibt es immerhin auffallend, dass zu einer Zeit wo 
in der Pankreasportion Indol oder Skatol nie nachgewiesen 
Werden konnten, die Fleischportion diese Körper ineist schon 
enthielt. Verwendet man statt eines Fleischextractcs das 
Heisch in Substanz und bringt es fein zerhackt in Milch ein 
findet der Zerfall des Eiweisscs bis zur Bildung von Indo! 
verhaltnissmässig früher statt und es kann schon bei einer 
Versuchsdauer von fünf Tagen zur Bildung von Indol kommen 
Dies durfte sich ungezwungen so erklären lassen, dass es im 
Innern der Fleischstücke, wo der Einfl^s der Milch sich nicht 
geltend macht, früher zur Bildung von Wasserstoff in statu 
nascendi kommt, was dann zu einer rascheren Indolbildung 
' eranlassung gibt. ° 
tin den Einfluss, welchen die Milch auf die Fäulnisse 
vorgange nimmt, richtig ermessen zu können, schien mir eine 
Ergänzung der mitgetheilten Versuche in der Richtung geboten 
dass festgcstcllt wurde, ob auch die Spaltung des Eiwcisses 
ui Leucin und Tyrosin durch die Gegenwart der Milch wesent¬ 
lich verzögert wird oder nicht. Um diese Frage zu unter¬ 
suchen, habe ich mich auf den Nachweis des Bromkörners 
«edier mittels Chlor- oder Bromwasser leicht und sicher zü 
Miren ist, beschränkt. Nach allen bisherigen Erfahrungen 
dvutet die Anwesenheit des Bromkörpers auf einen tiefen 
/.orlall des Enveisses unter gleichzeitiger Bildung von Leucin 
und Tyrosin hin, und cs spricht daher die Gegenwart dieses 
Körpers unbedingt für die Anwesenheit von Leucin und Tyrosin '
        

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