Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss des Verhaltens der Gallus- und Gerbsäure im Organismus
Person:
Mörner, C. Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16855/13/
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Indem Gallussäure bei Eingaben von 2 gr. mit etwa 20°/ 
von 4gr. mit etwa 30°/o im Harne erscheint, liefert Gerbsäure! 
in denselben ansehnlichen Dosen genommen, keine nachweis¬ 
bare Menge Und bei Dosen von 6-8 gr. doch nur eine kleine, 
1 /0 der eingenommenen Dosis, entsprechende Gallussäurc- 
menge, gegen etwa 30°/0 bei denselben Dosen der Gallussäure. 
Mit dem blossen Constatiren dies bemerkenswerthon 
Factums muss ich mich hier begnügen, die Erklärung des¬ 
selben dagegen hingestellt sein lassen. 
Indessen mag es gestattet sein, die Möglichkeit einer 
Erklärung, welcher die grösste Wahrscheinlichkeit zuzukomrneh 
scheint, hervorzuheben. 
In den Magen und oberen Theil des Dünndarmsgolangeiid, 
geht die Gerbsäure mit Eiweissstoflcn schwer lösliche Verbin¬ 
dungen ein, aus denen sie, weiter in den Darm hcrunler- 
gerückt, bei dort herrschender alkalischer Reaction ailmali" 
freigelassen wird. R 
Also allmälig zur Resorption gelangend, tritt sie (oh als 
Gerbsäure oder schon in Gallussäure umgewandelt, steht dahin) 
nur in kleiner Menge und während einer längeren Zeitdauer 
m das Blut über, was ihre relative vollständige Verbrennung 
begünstigen muss. ;* 
Mit der Gallussäure steht es anders. Da sie keine Neigun- 
besdzt, schwer lösliche Verbindungen einzugohen, unterliegt 
sie einer schnellen Resorption, tritt in das Blut in bedeuten¬ 
derer Menge auf, so dass einem relativ grösseren Theile (vor 
Verbrennung geschützt) Gelegenheit gegeben wird, durch die 
Nieren ausgeschieden zu werden. 
Zum Schluss möchte es mir gestattet sein, Herrn Pro¬ 
fessor Dr. Baumann für die freundlichste Aufnahme in sein 
Laboratorium meinen aufrichtigsten Dank auszüsprechen..
        

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