Bauhaus-Universität Weimar

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glanzende Krystalle einer Verbindung von 1 Mol. Indol mit 
1 Mol. Pikrinsäure. 
So war also kein Zweifel mehr, dass man es hier mit 
Indol zu thun habe. 
Diesbezügliche Angaben konnte ich in der Litteratur 
nicht finden; wohl war bekannt, dass die Galle beim Stehen 
sehr leicht faule, jedoch sind in dieser Weise die Fäulniss- 
producte nicht untersucht worden. 
Doch ehe ich über die Entstehungsart des Indols in der 
Galle berichte, möchte ich die Resultate obiger Versuchsreihe 
weiter mittheilen. 
Phenol, Skatol, sowie Ameisensäure konnte bei Portion ! 
nicht nachgewiesen werden. 
Der Rückstand der ersten Destillation der beiden Liter 
Galle wurde auf dem Wasserbade bis zum Syrup eingedampfl, 
mit dem 3fachen Vol. Alkohol versetz», 24 Stunden stehen * 
gelassen und dann destillirt bis zur Zähflüssigkeit des Rück¬ 
standes. Nach dem Erkalten wurde derselbe mit grossen- 
Portionen Aether geschüttelt und abermals 24 Stunden.stehen 
gelassen. Es krystallisirten reichliche Mengen gallensaürer 
Salze aus. 
Der in Aether lösliche Theil enthielt reichliches Chole- 
stcarin, welches sowohl mikroskopisch durch seine charakte¬ 
ristischen Tafeln, als auch durch chemische Reaction (Chloro¬ 
form und Schwefelsäure) nachgewiesen werden konnte. 
Zum Nachweis von Lecithin prüfte ich auf Phosphor- 
saure. Der Rückstand der abgedampften ätherischen Lösung 
wurde mit Alkohol versetzt und filtrirt, das Filtrat einge¬ 
dampft. Der Rückstand wurde mit einem Gemenge von 
Soda und Salpeter im Platintiegel stark geglüht und in zwei 
Portionen getheilt. . 
Die erste Portion, mit Salpetersäure ungesäuert und mit * *■ 
molybdänsaurem Ammonium versetzt, gab einen reichlichen, 
gelben, feinkörnigen Niederschlag von phosphormolybdän-' 
saurem Ammonium. 
Die zweite Portion wurde mit Chlorammoniumlösung und 
Ammoniak versetzt und der Lösung tropfenweise Magnesium-
        

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