Bauhaus-Universität Weimar

76 
Die künstliche Nucléinsâure unterscheidet sich also von 
den Altmannk«chen, aus natürlichen Xucleinen dargestcllhn 
\'icl( insauren durch den hohen P-Gehalt und ferner ,1 un i 
eine grössere Veränderlichkeit in Bezug auf ihre Loslichkiiu 
verliaitnisse, sie wird nämlich durch das Reinigungsverfalmn 
- wiederholtes Lösen in Ammoniak, Fallen mit Salzsämv 
Behandeln mit Alkohol und Aether, Trocknen u. s. f. — leicjit 
vollständig oder theilweise in eine in Ammoniak weniger 
leicht lösliche und durch Essigsäure, fällbare Modification -über» 
: geführt, die vielleicht dasselbe ist, wie der früher besprochen, 
imcleiilsäureartige Körper (S. 73). 
Eiiv tiefer greifender Unterschied zwischen der kiliei- 
lichen und den natürlichen Nucleinsäuren ist aber durch di* 
Möglichkeit geboten, aus den letzteren Xanthinkörper ahxu- 
spalten, aus der ersten aber nicht. Wenn man möglichst n ihr 
oder auch noch mit Eiweiss verunreinigte künstliche Nuclej.ii- 
säure mit Wasser verrührt, so entsteht, ebenso wie bei den 
\ ersuchen mit IIefenucleinsäure, eine sauer reagirende, trübe 
Flüssigkeit, welche dann beim Erhitzen, unter Abscheidung 
gel onnener F locken, klar, stärker sauer und phosphorsäinc- 
ludtig wird. Aber weder bei dieser Behandlung, noch beim 
anhaltenden Kochen mit verdünnten Mineralsäuren war - 
möglich, in dem Rcjactionsproduct mit Hilfe von aminoni.i- 
kalischer Silberlösung eine xanthinähnliche Substanz na» li- 
zuweisen. Aus 1 Iefenucleinsäure jedoch entsteht eine sulch.' 
leicht, auch unter Anwendung viel kleinerer Substanzmengei!, 
als ich sie zu meinen Versuchen an künstlicher Nuclèinaton 
in Arbeit nahm. " 
Es ist also die besprochene Nucleinsäure sicher nicht 
identisch mit jener aus Hefe, und insofern man die .Nuclein.'- 
ab \ orbindungen von Eiweiss mit Xucleinsäuren auffassen 
kann, also auch das Liebermanlrsehe Nuclein verschiede!; 
von dem Hefenuclein. 
hat aber Al t man n1) aus dem Nuclein des Eidotters 
eine Nucleinsäure ahgespalten, und mir gelang es, aus dnn 
1 ) Alt mann, I. c. - ■ ,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.