Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Natur der von dem Gliscrobacterium gebildeten schleimigen Substanz
Person:
Malerba, P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16837/2/
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ist, andererseits weil es leichter war, die Substanz zu reinigen, 
Zu diesem Zwecke wurde normaler Harn (immer von dem¬ 
selben Individuum) in einer Erlenmey er’sehen Flasche 
aseptisch gesammelt, sterilisirt und mit Culturen des Bacterium 
gliscrogenum inoculirt. 
Die Flasche wurde im Luftbad bei einer Temperatur 
von 37 (optimum) 24—30 Stunden lang erhalten; nach dieser 
Zeit erhält der Harn den höchsten Schleimgehalt. Die schlei¬ 
migen Harne wurden dann mit dem 3-4 fachen Volumen 
Alkohol gelallt, der Niederschlag in Wasser aufgelöst, aber- 
nud> mit Alkohol gefällt und mit einer Mischung von Alkohol 
und Wasser gewaschen, welche mit Essigsäure angesäuert war 
(dÖ Vol. Alkohol, 50 Vol. Wasser und 2 Vol. Essigsäure); nach¬ 
dem der Niederschlag im Wasser wieder gelöst war, wurde 
die Lösung mit Alkohol behandelt und der Niederschlag mit 
einer hydroalkoholischen, mit wenig Weinsäure verdünnten 
Mischung gewaschen (60 Alkohol, 50 Wasser, 2 Weinsäure). 
So gelang es, die Substanz von allen in dem Harne existi- 
renden Beimischungen, d. h. Farbstoffen, Uraten, Salzen, frei 
zu machen, wie durch Untersuchung auf Spuren dieser 
Stoffe in dem Niederschlage constatirt wurde. Nur war es 
nicht möglich, die Substanz von Erdphosphaten frei zu 
machen, trotz Auswaschen mit der Essigsäure enthaltenden 
Flüssigkeit. 
Die aut diese xVrt erhaltene Substanz erwies sich als 
vollständig Weiss, sehr schleimig, elastisch, wieder löslich in 
Wasser gleich nach der Fällung, unlöslich nach etwas längerem 
Verweilen unter concentrirtem Alkohol. Ueber Schwefelsäure 
oder im Luftbad bei 105° getrocknet, schrumpft sie zusammen, 
nimmt eine gelbliche Farbe an, wird hart und so zerbrechlich, 
dass man sie pulverisiren kann. Sowohl die frische Substanz,’ 
welche lange unter dem Einflüsse des Alkohols geblieben ist] 
als ihr Pulver sind wenig löslich in Essigsäure, auch wenn 
sic concentrirt ist, ebenso in anderen organischen Säuren, 
in den Mineralsäuren dagegen vollständig löslich. 
Die Substanz, als sehr gut getrocknetes Pulver, auf 
einem Platinbleche verbrannt, riecht, wenn auch nicht sehr
        

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