Bauhaus-Universität Weimar

Minuten in ein mit kaltem Wasser gefülltes Becherglas ge- 
liraclil. Falls der Harn nur halbwegs grössere Mengen Zucker 
enthält, entsteht sofort ein gelber, krystalliniseher Nieder¬ 
schlag. Erscheint dieser Niederschlag makroskopisch amorph — 
was zuweilen der Fall ist - so wird man bei mikroskopischer 
Untersuchung sofort tlieils einzelne, theils in Drusen ange¬ 
ordnete, gelbe Nadeln finden. Handelt cs sich um sehr geringe 
Mengen Zucker, so bringt man die Probe in ein Spitzglas 
und untersucht das Sediment. Waren auch nur Spuren von 
Zucker vorhanden, so wird man einzelne Phenyglycosazon- 
krystalle niemals vermissen. Das Vorkommen von kleineren 
und grösseren gelben Plättchen oder stark lichtbrcchenden, 
braunen Kügelchen ist für Zucker nicht beweisend. Die Probe 
gibt sehr verlässliche Resultate mit pathologischen Harnen 
aller Art und ist sehr empfindlich. Man kann mit ihr noch 
mit grosser Sicherheit 0,1"/, Zucker nachweisen.» 
Uebor den Werth dieser Reaction sind die Meinungen 
sehr gethcilt. Von guten Resultaten mit derselben berichten 
Kobrak’), l'ollatschek*) und Rosenfeld*). Der Letztere 
bezeichnet die Probe als die verlässlichste und schärfste und 
gibt als Grenze derselben 0.03°/0 Zucker an, während 
v.Jak sch diese ursprünglich bei 0,1*/, angenommen hatte. 
Die Angaben Rosenfeld’s werden durch Geyer1) bestätigt. 
Hirschi ‘) stellte fest, dass noch 0,003procentige Zuckcr- 
lösungen die Reaction geben. Versetzte er aber Harn mit 
Zucker, so war erst ein Gehalt von O,03°/o nachweisbar, nach 
seiner Ansicht deshalb, weil die starken amorphen Nieder¬ 
schläge, die sich im Harn neben den Krystallcn bilden, die¬ 
selben verdecken. Nur in Harnen, die mit Phenylhydrazin 
behandelt keine Spur von einem Niederschlag gaben, konnte 
er 0,003 °/0 Zucker nachweisen. 
') Inaug.-Dissert., Breslau 1887. 
-> Deutsche med. Wochensehr.. 1888, Nr. H, S. 354. 451, 179. 
') Wiener med. Tresse, 1889, S. 1088. 
4) Zeit sehr. f. physiol. Chemie, Bd. XIV, S. 380.
        

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