Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Nachweis des Peptons und eine neue Art der quantitativen Eiweissbestimmung
Person:
Devoto, L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16832/7/
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nach dem Fällen des Peptons mit Phosphorwolframsäure nie 
beobachtet. Auch die gefärbten Waschwässer geben die Probe, 
wenigstens die schwach gefärbten, noch mit grosser Deutlichkeit j, 
Wiewohl das Hämoglobin nach dem beschriebenen .Ver¬ 
fahren nicht vollständig coagulirt wird, lässt es sich doch 
noch bei einiger Vorsicht auf den Nachweis von Pepton aiich 
in bluthaltigen Flüssigkeiten anwenden. Ist nämlich Pepton 
zugegen, so geht dieses beim Auswaschen des Niederschlags 
früher in Lösung, als der nicht coagulirte Theil des Blut¬ 
farbstoffs, und die ersten Filtrate pflegen dann mit Ferro-: 
cyankalium und Essigsäure keine Reaction, aber eine deut¬ 
liche Biuretfärbung zu geben. , 
Selbstverständlich würde nach dem geschilderten Ver¬ 
fahren auch die von Kühne Pepton genannte Substanz dem 
Nachweis nicht entgehen. Sie wäre im salzgesättigten Filtrat 
aufzusuchen. Doch muss ich bemerken, dass sie mir bei 
meinen Untersuchungen nicht begegnet ist und dass ich sie 
auch bei eigens darauf gerichteten Versuchen *jm Harn nicht 
nach weisen konnte. Der dazu verwendete Harn stammte von 
4 Fällen von Pneumonie und je 1 Falle von Phthisis mit 
Cavernen, Empyem und Abscessbildung. Diese sieben Harne 
ergaben bei der Untersuchung nach Hofmeister sowohl als 
nach meiner Methode einen Gehalt an Pepton. Schulter') 
hat gleichfalls das Pepton nach Kühne im Harne nicht 
nachzuweisen vermocht, und zwar bediente er sich zur Ab¬ 
scheidung dieses Peptons der Phosphorwolframsäure; da 
jedoch das Pepton Kühne’s durch diese SäUre nur unvoll¬ 
ständig gefällt wird, so konnte es ihm entgangen sein. Ich 
habe deshalb die Fällung mit Tannin vorgenommen. ... 
Um ein Maass für die Empfindlichkeit der Probe, zu 
gewinnen, habe ich in verdünntem Blutserum auf 1500 Theile 
1 1 heil Witte’sches Pepton gelöst. Trotz dieser grossen 
Verdünnung der Peptonlösung habe ich bei Verwendung von 
nur 30 ebem. des Serums das Pepton in mehreren Portionen 
der ersten Waschwässer durch die Biuretfärbung mit aller 
1) Schulter, J all res I». f. Tliierchemie, 1*80. S. ±2%.
        

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