Bauhaus-Universität Weimar

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■gegenüber wie ein Colloid. Die Untersuchung des Paraffins 
nach Raoul t's Gefriermethode, welche die eigentliche Ver¬ 
anlassung zur Anstellung der eben erwähnten Experimente 
war, führte zu dem Resultate, dass die Molekulargrösse des 
Paraffins in seinen essigsauren Lösungen zwischen den For¬ 
meln C-4H50 und Cj7'H56 liegt, dass aber nicht gesättigte 
Lösungen in Benzol auf die doppelte, und gesättigte wahr¬ 
scheinlich auf die vierfache Molekulargrösse schlossen lassen. 
Die Analogie der Paraffinlösungen mit denen des Eiweisses 
legt uns die Annahme nahe, dass das in Nadeln abgeschiedene 
Eiweiss ein geringeres Molekulargewicht besitzt, \v.ie das ge¬ 
wöhnliche; oder was dasselbe ist, dass das colloïdale Eiweiss 
ein Polymerisationsproduct des krystallisirten ist. lieber die 
Berechtigung dieser Annahme könnte die Rao ult’sehe Methode 
entscheiden, von welcher A. Sabanojeff1) kürzlich gezeigt 
hat, dass sie wohl geeignet ist, uns auch über die Molekular- 
grösse colloidaler Substanzen interessante Aufschlüsse zii ge¬ 
währen. Sabanejeff hat auch das Eierall^unin in den Kreis 
meiner Untersuchungen gezogen. Dasselbe gab sehr kleine, 
aber messbare und übereinstimmende Depressionen, aus 
welchen sich als Minimum für die Molekulargrösse des Ei¬ 
weisses die Zahl 15000 ableitet. Colloïdale Kieselsäure gab 
so geringe Depressionen, dass dieselben in die Grenzen der 
Versuchsfelder fielen und den Schluss rechtfertigten, dass die 
Molekulargrösse der colloidalen Kieselsäure jedenfalls grösser 
als 40000 ist. Zu ebenso hohen oder noch höheren Werthen 
führte das colloïdale Eisenhydroxyd. Die Molekulargrösse des 
Eiweisses ist also bedeutend, aber nicht so ungeheuerlich, 
wie vielfach angenommen wird. Sollte sich die Annahme, 
dass das krystallisirte Eiweiss ein noch geringeres Molekular¬ 
gewicht besitzt, bewahrheiten, so würde dasselbe einen yer- 
hältnissmässig sehr einfach zusammengesetzten Ei weisskörper 
darstellen. 
V- i, - . 
Berühren wir nun noch die Frage nach der chemischen 
Zusammensetzung des kristallinischen Eieralbumins, so lässt 
0 Ref. im Chcm. O.entralblatt, 1801, S. 10.
        

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