Bauhaus-Universität Weimar

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so mehr, als in diesen drei Fällen auch anderweitige 
abnorme Wirkungen des Sulfonals zur Beobachtung 
kamen, nämlich sehr starke Erscheinungen von Seiten des 
Digestionstractus (namentlich Stuhlverstopfung), Herzschwäche, 
allgemeine Schwäche und in einem Falle eine ausgesprochene 
Lähmung der Extensoren des Vorderarms, geiiau so, wie bei 
Bleilähmung. Da ganz dasselbe Sulfonal bei einer Reihe 
anderer Individuen, die es gleichzeitig erhielten, durchaus 
keine abnormen Wirkungen verursachte, so muss man an¬ 
nehmen, dass es sich in diesen drei Fällen um eine Idion 
synkrasie gegen Sulfonal handelte, um eine abnorme Wirkung 
des Sulfonals, welche mit Zerfall von Hämoglobin unter 
Bildung von Hämatoporphyrin einhergeht. 
Die Annahme, dass die Hämatoporphyrinurie in ursäch¬ 
lichem Zusammenhang mit dem Sulfonalgebrauch steht, ge¬ 
winnt an Wahrscheinlichkeit noch weiter durch den Um¬ 
stand, dass auch in dem Fall von Stokvis Sulfonal in 
Dosen von 1 gr. einige Tage gebraucht war, während aller¬ 
dings in den beiden Fällen von Ranking und Par dingt on 
Gebrauch von Sulfonal nicht erwähnt ist1), und von Arznei¬ 
mitteln nur im ersten Fall Acetanilid in Betracht kommt, 
von welchem einmal innerhalb 4 Stunden 20 grains ein¬ 
genommen wurden. 
Ob die Hämatoporphyrin-Ausscheidung nur eine Begleit¬ 
erscheinung der abnormen Sulfonalwirkung ist oder mit dem 
tödtlicheb Ausgang in directem Zusammenhang steht, d. h. ob 
das im Blut circulirende Hämatoporphyrin selbst deletär wirkt, : 
mu>s vorläufig, so lange noch keine weiteren Beobachtungen 
\orliegen, unentschieden bleiben. Es liegt, sehr nahe, zur 
Klärung Versuche mit Hämatoporphyrin''an Tinereh anzn- 
stellen. Derartige Versuche li(*gen bereits vor. . Sie sind von 
Nencki und Sieber an zwei Kaninchen und einem Hund 
angestellt worden in der Absicht, das Verhalten des Hämato- 
porphyrins im Organismus kennen zu lernen. Von den 
') Ob man < la rau* schließen kann, das* es nicht gehraiieht i
    

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