Bauhaus-Universität Weimar

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Salicylsäure behandelter Kranker, wobei aber die im ersteren 
Falle mit Ammoniak eintretende Bräunung des Harns fehlte. 
Nach diesen Untersuchungen wurde die Existenz des 
Alkaptons als einer besonderen Substanz ernstlich in Frage 
gestellt. Bödeker selbst sprach in einer Mittheilung an 
Fürbringer1) die Ansicht aus, dass sein Alkapton Brenz¬ 
catechin enthalten haben möchte, i^d Fürb ringer spricht 
sich dafür aus, dass alle mitgetheilten Falle von Alkaptpn- 
harn als Brenzcatechinurie anzusehen seien. 
Diese Ansicht erhielt eine weitere Stütze, als Bau- 
mann1) zeigte, dass das Brenzcatechin ein normaler' Bestand- 
theil des Pferdeharns ist und wenn nicht regelmässig, so 
doch sehr häufig in wechselnden Mengen jm menschlichen 
llarn auftritt. Hier wurden zum ersten Male Beobachtungen 
über die Entstehung des Brenzcatechins im Organismus niit- 
getheilt, nach welchen die Pflanzennahrung die Quelle der 
Bildung desselben darstellt. Spätere Versuche von P re u s s e *) 
ergaben eine weitere Bestätigung dieses Schlusses und zeigten, 
dass die in der Pflanzenwelt weit verbreitete Protocatcchusäure 
im Organismus zum Theil in Brenzcatechih verwandelt wird. 
Nach den bis dahin vorliegenden Erfahrungen war man 
berechtigt, die sogenannte Alkaptonurie als die -bisweilen 
äusserst vermehrte Ausscheidung eines normalen Harnbestand- 
theiles anzusehen. In diesem Sinne äussern sich auch’Sa l- 
kowski undLeube4): «Wahrscheinlich identisch mit Brenz¬ 
catechin ist das Alkapton von Bödeker und Fürbringer. > 
Dass indessen die Ursache des oigenthümlichen Verhaltens 
des Alkaptonharns nicht oder nicht immer das Brenzcatechin 
sei, hat zuerst W. Smith5) ausgesprochen, welcher am Harn 
eines 3jährigen Mädchens die früher beschriebenen Reactionen 
’) Bert. klin. Wochenschr., 1877». No. 2N. 
*) Pflüger s Archiv, Bd. Hi, S. 63. 
s) Diese Zeitschr., Bd. 2, S. 329. 
4) Die Lehre vom Harn, Berlin 1882, S. 14<>. 
!>) On the occurence öf Protocatechuic acid in urine. Dutd. Jfourn. 
«»f med. science, 1882, T. I. p. 4f>5.
        

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