Bauhaus-Universität Weimar

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Vi eine augenblicklich wieder verschwindende blau-grün»» 
Färbung. 
Als wir auf den Ester zuerst in den von dem liomo- 
genitinsauren Blei abfiltrirten Lösungen durch deren stark 
reducircnde Wirkung auf ammoniakalische Silberlösung auf¬ 
merksam wurden, glaubten wir zuerst, es liege ein mehr- 
werthiges Phenol vor, welches neben der Homogenitinsäure 
durch den Stoffwechsel gebildet worden sei. Die genauere 
Untersuchung zeigte aber bald die völlige Identität dieses 
Körpers mit dem aus der reinen Säure gebildeten Ester. 
7. Di met hylhomogentisinsäure, 
( *h He Ot (CH,),. 
3 gr. krystallisirte Homogentisinsäure wurden mit 20 gr. 
Methylalkohol, in welchem zuvor 3 gr. Aetzkali gelöst waren, 
und mit 10 gr. Methyljodid in geschlossener Röhre 3 Stunden 
lang auf 130° erwärmt. Der sauer reagirende Inhalt der 
Röhre wurde zur Entfernung des überschüssigen Methyljodids 
und des Methylalkohols und zur Spaltung des gleichzeitig 
gebildeten Methylesters der Dimethylhomogentisinsäure auf 
dem Wasserbade mit Aetzkali erwärmt, alsdann mit Wasser 
verdünnt und mit Schwefelsäure angesäuert. Dabei entstand 
zuerst eine Trübung, bald darauf schieden sieh nadelförmige 
Krystalle ab, welche mit einem dunkel gefärbten Harz ver¬ 
unreinigt waren. Der Flüssigkeit wird die noch gelöste Same 
durch Ausschütteln mit Aether entzogen. 
Die so erhaltene Substanz wurde in heissem Wasser 
gelöst und mit einigen Tropfen Permanganat entfärbt. Beim 
Erkalten des mit einigen Tropfen Schwefelsäure versetzten 
Filtrates krystallisirten farblose Nadeln und Blättchen. 
Die Dimethylhomogentisinsäure schmilzt bei 124,5°, sir 
ist in kaltem Wasser schwer, leicht in siedendem Wasser 
löslich, von Alkohol, Aether, Chloroform wird sie leicht aufge¬ 
nommen. Ihre wässerige Lösung wird durch Bleiacetat in jeder 
Verdünnung gefällt , mit Eisenchlorid gibt sie keine Reaction, 
mit Alkalien wird sie nicht gebräunt, und reducirt weder 
ammoniakalische Silberlösung, noch Fehling sehe Lösung.
        

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