Bauhaus-Universität Weimar

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Als eisenfreie Käfige für die Thiere dienten grosse 18 ein. 
im Durchmesser hallende Glastriehter. In der Milte des 
Trichters war eine Scheidewand aus Glas mit einer seitlichen 
Oefl'nung; die eine Hälfte des Trichters war mit feinster, 
reiner Seidenwatte angefüllt, in der andern Hälfte befanden 
sich zwei kleine Porzellangeschirre für Nahrung und Wasser. 
Die Trichter standen aut grossen, leicht zu reinigenden Glasv 
platten. Durch leichtes Aufheben der waltefreien Seile des 
Trichters konnte sowohl die Nahrung und das Getränk alle 
Tage gewechselt werden, als auch die tägliche Heinigüng/der 
durch Futter und Kolli beschmutzten Glasplatte, vorgenommen 
werden. Die Fuller- und Trinkgeschirre wurden alle Tage 
gereinigt, die Trichter alle acht Tage durch neue, mit Irischer 
Watte gefüllte ersetzt. 
Die Trichter standen während der ganzen Versuchs¬ 
dauer in einem geschützten, stillen, Tags über durch schwarze 
Vorhänge verdunkelten Zimmer. 
Da behauptet wird, dass Mäuse gegen Kälte sehr em¬ 
pfindlich sind, so war am Anfang versucht worden die Glas- 
platten, auf welchen die Käfige sich befänden, über grossen 
continuirlich auf U0° erwärmten Wasserbädern zu halten.- 
Es erwies sich aber diese Mass regel als unnütz, ja als 
unpraktisch. Die Mäuse, welche bei gewöhnlicher Zimmer¬ 
temperatur gehalten wurden, gediehen weit besser; und es 
wurde auch bald von dieser immerhin sehr umständlichen 
Heizungsmethode Umgang genommen. • 
Der Grund, warum dieses Halten bei dü" schädlich ist,. 
liegt in Folgendem : ' 
Durch die grössere Wärme wird auch die Wasser Ver¬ 
dunstung eine grössere, der Wasserdampf schlägt sich an 
den oberen kälteren Theilen des Trichters nieder, besonders 
im Dohr, und rinnt auf die Watte; dadurch' wird diese und 
die darin hausende Maus beständig feucht. Gegen nichts 
aber sind die Mäuse so empfindlich wie gegen Nässe. Will 
man Mäuse bei guter Gesundheit in Gefangenschaft halten, 
so muss man, wenn man nur eine Spur von Nässe in dem
        

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