Bauhaus-Universität Weimar

liât. lässt sich mit Sicherheit noch nicht sagen. Jedenfalls 
i-t es nicht der Urheber der eigentlichen Gummi- und 
>elileimbildung. Nichts berechtigt uns gegenwärtig zu der 
Annahme, dass die Gummi- und Schleimarten im Pflanzon- 
leirhe durch ein Ferment gebildet werden, und die sich 
hierauf beziehenden, von Wiesner aufgesteHten Sätze sind 
«lalier wieder aus der Pflanzenphysiologie zu streichen. Bei 
'l,T allgemeinen Verbreitung stärkeumbildender Fermente, die 
,ul' Baranetzky’s Versuchen gefolgert Werden muss, ist 
wohl die Annahme am wahrscheinlichsten, dass das Ferment 
• in zufälliger, d. h. ein zur Gummibildung nicht nothwendiger 
Besfandtheil der betreffenden Gewebezellen war, und dass es 
die kleine Menge von Zucker, welche hist stets in den Gummi- 
arten verkommt, erzeugt habe. Letztere Annahme wurde’ 
natürlich erst dann in hohem Grade wahrscheinlich werden, 
wenn nachgewiesen werden könnte, dass die in den Gummi¬ 
arten vorkommende Zuckerart übereinstimmt mit jener, welche 
durch das in ihnen vorfindliche Ferment aus einem Kohlen- 
h yd rat der betreffenden Pflanze erzeugt wird. 
Die Ergebnisse der vorstehenden Untersuchungen lassen 
sich folgen dermassen zusammenfassen: 
1. Das von Wiesner in den Gummiarten aufgefuhd.ene 
Gummiferment » ist nicht der Urheber der eigentlichen Gumini- 
hildung. Ebensowenig hat es mit der Bildung der Pflanzen¬ 
schleime etwas zu tliun. Es vermag Cellulose nicht in Gummi 
oder Schleim zu verwandeln, bildet dagegen aus Sturkekleister 
ungefähr 40°/0 (bezogen auf lufttrockene Stärke) einer ’redu- 
cirenden Zuckerart und wahrscheinlich gleichzeitig ein Dextrin. 
l)ie kleine Menge von Zucker, welche fast immer im arabischen 
Gummi nachgewiesen werden konnte, dürfte wahrscheinlich 
ein Erzeugnis seiner Thätigkeit sein. 
Behauptung Wiesner s, dass die* Reichl- sehe 
Gummiprobe (Kochen mit Orcin und Salzsäure) vom Gumrni- 
tmuent herrühre, ist irrig. Dieselbe wird vielmehr durch 
•las Kohlenhydrat selbst hervorgebracht und kommt in der 
Zeitschrift für physiologische Chemie, XIV. ;>j
        

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