Bauhaus-Universität Weimar

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(,,m* *ra®° Lilith genau beantwortet; trotzdem habe id, 
verschiedene Harne mit den Glycosen und DisacCharaten ver¬ 
sitzt und der Phenylbydrazinzuckerprobe unterworfen, um zu 
sehen, ob es nicht dem praktischen Arzte möglich ware, durch 
d,lî5 e'nfaehe mikroskopische Bild die einzelnen Zuckerarteii 
aus einander zu halten. 
Im Harne wurden bis jetzt nur 4 Zuckerarten nach¬ 
gewiesen, die mit Phenylhydrazin zu einem Osazon sich ver¬ 
einigen: 2 Glycosen und 2 Disaccharate. Von den Glycosen 
Dextrose und Lavulose. Letztere fand Zimmer1) und 
Seegen ) neben Traubenzucker im Harn von Diabetikern. 
>on den Disaccharaten haben den Milchzucker Hof¬ 
meister ), Johannovsky und Kaltenbach im Harne von 
Wöchnerinnen, Maltose Le Noble1) im diabetischen Harn, 
nachgewiesen. 
D i e 1 ä v u 1 o s e h a 11 i g e n H a r n e geben dieselbe Pheny l¬ 
hydrazinprobe wie die Traubenzuckerharne, da Lavulose mit 
Phenylhydrazin sich zu demselben Phcnylglycosazon verbinde! 
wie Dcxlrose. Es ist also sowohl das mikroskopische Bild 
als auch der Schmelzpunkt der gleiche wie bei der Trauben- 
Tl'kerverbindung. Man wird also auf Grand der Phenyl¬ 
hydrazinprobe Lavulose im Harn nicht vcrmuthen können, 
wohl aber dann, wenn die polarimetrische Untersuchuir 
bei positiver Phenylhydrazinprobe keine Rechts" 
drehung oder sogar eine Linksdrehung zeigt'). 
Lactose mit der Phenylhydrazinprobe behandelt zeigt 
einen gelben krystallinischcn Niederschlag von Phenyflac- 
tosazon, der mikroskopisch hellcitronengelbe, sehr br. il. 
Nadeln zeigt, die oft die zehnfache Breite der Phenylglycosazon- 
nadeln erreichen. Sie sind in schlecht ausgesprochen, i 
radiärer Anordnung gelagert. Der Schmelzpunkt des 
getrockneten Niederschlags liegt bei 200° — Die Krystalle 
') Zimmer, Deut sehe metl. Wochenschrift, Dd. 2, S. 320, 187»:. 
) Seegen. (.entratldattf. d.med. Wissenschaften, Bd. 22. S 753 1s,«} 
•) Hofmeister. Zeitschrift f. phys. Chemie, Bd. 1, S. 101. 1*77. 
4i v. Jak sch, Diagnostik, 2. Auflage, S. 300, 1880. 
) v. Jaksçh. Diagnostik, 2. Auflage, 8. 209. 1880.
        

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