Bauhaus-Universität Weimar

G. Külih und H. Schulze steht, dass aber Kalilauge die 
zuvor mit verdünnter Schwefelsäure behandelte Substanz an- 
griff. "ährend eine directe Behandlung der Cellulose nitt Kali¬ 
lauge von der erwähnten Stärke ohne Wirkung war. .Das 
von F r a n z S c h u 1 z e zur Gellulosebestimmung vorgeschlagene 
Macerationsvertahren greift Papier-Cellulose nach Kern nicht 
an : von Einfluss auf den Ausfall der Bestimmung sei die 
grössere oder geringere Vertheilung. 
Eine weitere Methode der Bestimmung tier Rohfäser, 
von H. Mülle r1) vorgeschlagen, gründet sich darauf, dass 
Bromwasser reine Cellulose bei 20° im zerstreuten Tageslicht 
nicht nachweisbar verändert, dagegen die übrigen Bestand* 
theile der rohen Pflanzenfaser rasch angreift und in Wasser 
und Ammoniak löslich macht. Die Ausführung diesel4 Be¬ 
stimmungsweise nimmt 2—11 Tage in Anspruch. 
J. König hatte früher5) vorgeschlagen, aus dem Kohlen¬ 
stoffgehalt der Rohfasern ihren (iehalt an reiner Cellulose zu 
berechnen, was unter der Annahme, dass dem Gemisch der 
ausser der Cellulose in der Rohfaser enthaltenen Substanzen 
ein constanter Kohlenstoffgehalt von 55°/03) zukomme, nach 
einer von K. aufgestellten Formel geschehen könne. 
E. Kern*) behauptet nun, dass die Befolgung dieses 
Verfahrens zu Irrthümern führen müsse, und sucht diese 
Behauptung durch Analysenzahlen zu belegen. 
C. Krauch5) kommt in Folge seiner Untersuchungen 
zu dem Resultat, dass durch das Sch ul ze’sehe Verfahren 
ein Theil der Cellulose gelöst werde. . . 
Wie aus den angeführten Arbeiten ersichtlich, ist man 
zur Zeit noch nicht zu einem einheitlichen Verfahren zur 
quantitativen Bestimmung der Cellulose, welches allen An¬ 
forderungen genügen dürfte, gelangt. 
’) Centrulblatt f. Agriculturchemie, Bd. Il, S. 27:{. 
-) Landw. Versuchsstation, Bd. 1C, S. 419. 
;1) Journ. f. Landwirths'chaft, 187C, S. 
4) *. 1. r. 
) Landw. Versuchsstation. Bd. XXIV, S. 2'.C>.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.