Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Einwirkung des künstlichen Magensaftes auf Essigsäure- und Milchsäure-Gährung
Person:
Cohn, F. O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16775/4/
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dafür fehlt jeder Anhalt. Ich glaube, dass die Säure hier 
eine noch geringere Hemmung als dem Ptyalin gegenüber zu 
Wege bringt, weil ich ein Ansteigen des Milehsäure-Werthes 
gegen Ende der Verdaauung bei hohem HCl-Gehalte des 
Magensaftes beobachtet habe.» Diese sich scheinbar sehr wider¬ 
sprechenden Angaben hoffe ich wenigstens zum Theil durch 
folgende Untersuchungen in Einklang zu bringen. Dieselben 
sollen feststellen, ob und unter welchen Bedingungen der 
Magensaft die Essigsäure-Giihrung und die Milchsäure-Gährung 
beeinträchtigt resp. aufhebt. 
Vorversuche. 
Bevor ich zur Darstellung der von mir angestellten Ver¬ 
suche schreite, sei cs mir gestattet, in Kürze einige Vorver¬ 
suche zu erwähnen, deren Resultate für meine Versuchs¬ 
anordnung massgebend gewesen sind. Dieselben bezogen 
sich 1. auf die zu wählende Nährstofflösung, 2 auf den'zu 
verwendenden Magensaft. 
Nährstofflösung. 
Was die Nährstofflösung anbetrifft, so bezeichnet Pasteur’) 
in seinen Untersuchungen über die Essiggährung folgende Lö¬ 
sung als die beste zur Essiggährung ohne Albumen : in einem 
Liter Wasser: Eisessig 12,75 gr., 
Absoluter Ale. 22,50 gr., 
Ammoniumphosphat 0,2 gr., 
Magnesiumphosphat 0,1 gr., 
Calciumphosphat 0,1 gr., 
Kaliumphosphat 0,1 gr. 
Hueppe1) gibt als beste Nährstofflösung für den Bac- 
cülus acidi lactici, also auch als bestes Substrat für die Milch¬ 
säure-Gährung folgende Salzlösung an: 
Dikaliumphosphat 0,2—0,5°/0, 
Magnesiumsulfat 0,05 - 0,1 °/0, 
___ Calciumchlorid 0,015—0,025 °/0, 
') Etudes sur le vinaigre, Paris 1868, S. 81. 
â) Unters, über die Zersetzungen der Milch durch Mikroorganis¬ 
men. Mittldg. aus dem Kais. Gesundheitsamt, 1884, S. 309,
        

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