Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Vorkommen von Diaminen, sogenannten Ptomainen, bei Cystinurie
Person:
Udránszky, L. von E. Baumann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16770/9/
570 
methylendiamins liegt nach Ladenburg') bei 175—178°. 
Die freie Base besitzt den schon erwähnten Geruch, raucht 
an der Luft, und zieht mit grosser Begierde Kohlensäiire an, 
wobei sie sich in eine feste weisse Masse von kohlensaurem 
Salz verwandelt. 
Nach dem Bisherigen erschien es sehr wahrscheinlich, 
dass unsere Base nichts Anderes als Pentamethylendiamin 
(Cadaverin) sei. Durch die folgenden Versuche wird jeder 
Zweifel an der Identität unserer Substanz mit der von 
Brieger und von Ladenburg beschriebenen Base beseitigt. 
Brieger beschreibt als eine sehr charakteristische Eigen¬ 
schaft des Cadaverins seine Verbindung mit Pikrinsäure, welche 
in kaltem Wasser fast unlöslich ist, in dünnen Nadeln und 
langgestreckten Tafeln krystallisirt, und bei ca. 221° unter 
Zersetzung schmilzt. Wir erhielten aus ejer wässerigen Lösung 
unserer Base ein Pikrat in grosser Menge, das die von Brieger 
angegebenen Eigenschaften besass. Dasselbe begann bei 220° 
zu schmelzen und war bei 222° völlig zu einer schwarzen 
Flüssigkeit geschmolzen, aus welcher reichlich Gasblasen 
sich entwickelten. Die Analyse des in Wasser fast unlös¬ 
lichen Salzes ergab für das Pikrat des Pentamethylendiamins 
C5Hu Nt (C6 Hs N, 0.), gut stimmende Werthe: 
,1902 
Substanz gaben: 
0,2630 gr. 
C02 = 
= 36,55°|0 
0,0703 » 
h2o = 
= 3,97 » 
,2318 
» 
» 
» 
40,4 ebem. 
K bei 
14,5° und 
= 19,83°/, 
, N. 
Berechnet für 
Gefunden : 
C5 
HuN*(C0H3N3O7); 
• 
i * 
1. 
2. 
f*17 
•= 
204 
36,42 
36,55 
— 
H*o 
20 
3,57 
3,97 
— 
V 
. — 
112 
20,00 
— 
19,83 
Ou 
224 
40,00 
— 
— 
560 
99,99 
Da Benzoylverbindungen des Pentamethylendiamins noch 
nicht beschrieben sind, haben wir uns nach Ladenburg’s 
') D. Chem. Ges.. Bd. XVIII, S. 2957.
        

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