Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Vorkommen von Diaminen, sogenannten Ptomainen, bei Cystinurie
Person:
Udránszky, L. von E. Baumann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16770/11/
halten sei. Bei der Darstellung einer grösseren Menge des 
oben beschriebenen Plitinsalzes aus der noch nicht völlig 
gereinigten Benzoylverbindung fanden wir, dass die Mutter¬ 
laugen , aus welchen der grösste Theil des Doppelsalzes aus- 
krystallisirt war, ein leichter lösliches Salz enthielten, welches 
beim Verdunsten in gelben Krystallschüppchen sich absetzte. 
Der Platingehalt dieses Salzes stimmte fast genau mit dem 
des früher beschriebenen Doppelsalzes überein: 
1. 0,ltf«7 gr. «les Salzes gaben: 0,003 gr. =; 37.70" 0 Pt. 
0,100*) >' v V » 0.0028 v — 37.71 » v 
(iefuinlen : 
1. ± 
37.70 37,71 
Berechnet für 
C.H,,X,Pt 
38.0-2. 
Der Schluss, dass die Platinsalze -von 2 isomeren Basen 
vorliegen , schien durch die Beobachtung Brieger’s, nach 
welcher die Platindoppelsalze sowohl des Xeuridins als auch 
(h's Saprins leicht löslich sind, eine gewisse Stütze zu ge¬ 
winnen. Die genauere Untersuchung der Mutterlaugen über¬ 
zeugte uns indessen, dass in unserem Falle sicher nur Penta¬ 
methylendiamin ohne jede Beimengung einer isomeren Sub¬ 
stanz vorlag. Wurde das aus den Mutterlaugen gewonnen« 
leicht lösliche Platinsalz aus der concentrirten wässerigen 
Lösung durch Weingeist gefällt und dann aus heissem Wasser 
1- bis 2 mal krystallisirt, so erhielt man wieder das schwer 
lösliche Salz, welches in Krvstallform und Löslichkeit genau 
mit dem zuerst dargestellten Salze übereinstimmte, ein Beweis, 
dass das scheinbar leicht lösliche Salz diese Eigenschaft nur 
durch gewisse Verunreinigungen erhalten hatte. 
Bei dieser Gelegenheit wurde die Löslichkeit des salz- 
sauren Pentamethylendiamin-Platinchlorids ermittelt ; dasselbe 
braucht 113 bis 114 Theile Wasser von 12° zur Lösung. 
Einen weiteren Beweis dafür, dass isomere Basen von 
der Formel G5HuN, in den aus dem Harn gewonnenen 
Benzoylverbindungen nicht enthalten sind, ergab die Ben- 
zoylirung der letzten Mutterlaugen des Platindoppelsalzes. 
Dieselben lieferten ausschliesslich das bei 129—130° schmel¬ 
zende Dibenzoylpentamethylendiamin.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.