Bauhaus-Universität Weimar

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erreicht, so machen die fütternden Bienen es sich bequemer, 
sie verringern den Gehalt des Futters an vorverdautem Material, 
und setzen dafür in starkem Maasse Honig zu. Warum aber 
nicht hier, wie bei den Drohnenlarven, unverdauter Pollen 
zugesetzt wird, dürfte gleichfalls nicht schwer zu erklären 
sein. Die Zellen der Arbeiterinnenlarven sind eng und klein, 
sie gestatten daher nur sehr wenig Futter einzulegen; in 
Folge davon werden die Arbeiterinnenlarven am spärlichsten 
gefüttert *)., Um so nothwendiger ist es, dass die diesen Larven 
gereichte, geringe Futterbreimenge ganz frei von raumein- 
nehmenden Pollenhülsen sei. 
Eine Frage von praktischem Interesse für die Bienen¬ 
züchter scheint durch obige Futterbreiuntersuchungen eben¬ 
falls gelöst zu sein. Es ist nämlich ein stets streitiger Punkt 
unter denselben: «ob eine Königin nur dann brauchbar sei, 
wenn sie aus einer sog. Sehwarmzelle, d. h. einer von vorn¬ 
herein als Königinzelle erbauten Zelle herstamme, oder ob sie 
eben so gut und kräftig werde, wenn sie aus einer sog. 
Nachschaffungszelle hervorgegangen ist?» ' • 
Da der Handel mit Königinnen sehr lukrativ ist, geben 
sich die Imker vielfach mit der künstlichen Königinzucht ab, 
die darin besteht, die herrschende Königin zu entfernen, 
worauf die Bienen sich selbst eine Königin erziehen ,v durch 
Erweitern von Arbeiterzellen zu Königinnenzellen, und Dar¬ 
reichung von Königinfutter an diese Larven. Ich richtete 
nun an einen unserer ausgezeichnetsten Bienenzüchter, Herrn 
Th ei 1er in Zug, die Anfrage, ob man aus mehr als 4 Tage 
alten Arbeiterlarven eben so gute Königinnen erziehe, als von 
jüngern. Der Genannte antwortete darauf: 
«Die von mir beobachteten Königinnen, die aus ältern 
«Arbeiterlarven erzogen wurden, blieben mehrheitlich zurück 
«gegenüber solchen, die aus jüngern Arbeiterlarven erzogen 
«wurden. Letztere erwiesen sich gegenüber denjenigen in 
«Schwarmzellen (d. h. ursprünglichen Königinnenzellen er- 
«zogenen) ebenbürtig.» 
’ . ♦ ••• ‘ 
l) Man vergl. die in meiner ersten Abhandlung darüber gemachten 
Angaben. . .
        

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