Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die schwarzen Farbstoffe der Choroidea und verwandte Pigmente
Person:
Hirschfeld, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16760/6/
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bei dem hohen Eisengehalt in der Asche bei früher analysirten 
Präparaten der Fall gewesen zu sein scheint, indem dort 
wenig Rücksicht auf die Entfernung des Blutes genommen 
wurde. Der so frei präparirtc und gereinigte Augapfel wird 
durch einen verticalen Schnitt, ungefähr in der Mitte zwischen 
dem vorderen und hinteren Augenpol, eröffnet und der flüs¬ 
sige Inhalt sammt corpus vitreum und Linse durch Zusammen¬ 
drücken des Bulbus aus der durch den Schnitt gemachten 
Oeffnung herausgepresst. Auf diese Weise lässt es sich am 
leichtesten vermeiden, dass von der pigmenthaltigen Aderhaut 
und Iris grössere Stücke beim Entfernen des Inhaltes mit 
losgerissen werden. Darauf wird der Verticalschnitt vollendet, 
und nach vollständiger Eröffnung des Augapfels die Netz¬ 
haut, welche sich übrigens leicht abheben lässt, vom Centrum 
nach der Peripherie zu abgelöst, da man, wenn in umge¬ 
kehrter Richtung präparirend, Choroidea mitfasst. Die Ader¬ 
haut lässt sich jetzt ohne Mühe von den Schnitträndern her 
nach ihrer Befestigung an der Eintrittsstelle des Sehnerven 
zu in toto von der Sclera abheben. In ähnlicher Weist* ver¬ 
fährt man an der vorderen Halbkugel. 
Bekanntlich findet sich das schwarze Pigment im Auge 
in drei histiologisch von einander getrennten Schichten. Die 
äussere Schicht der Choroidea, die Lamina t'usca oder Supra- 
choroidea, welche der Sclera aufliegt, bedeutend schwächer 
als die nach innen folgende, die Choroidea propria, ist von 
dieser durch ein Endothelhäutchen abgegrenzt. Beide Schich¬ 
ten enthalten zahlreiche mit Pigmentkörnchen erfüllte Zellen. 
Ausserdem findet sich, als Grenze gegen die Retina hin, ob¬ 
gleich entwicklungsgeschichtlich zu dieser gehörend, die der 
Choriocapillaris unmittelbar angrenzende, aus den bekannten 
polyedrischen, meist sechsseitigen, lediglich Pigment fühlenden 
Zelten bestehende Epifhelschicht. Eine Trennung dieser ver¬ 
schiedenen farbstoffhaltigen Gewebslagen wurde erst gar nicht 
versucht, sondern die Choroidea, wie schon oben erwähnt, in 
lob* abpräparirt. Der der Sciera anhaftende Farbstoff wurde 
durch leichtes Schaben mit dem Sealpell und durch Abspülen 
mit der Spritzflasche gesammelt und bei der späteren Vor-
        

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