Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Kenntniss des Verhaltens des Harnes bei der Melanurie
Person:
Jaksch, R. von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16757/3/
ZU bemerken, dass die blaue Farbe rasch in einen schmutzig 
'reiben Farbenton überging. Wurde statt Natron- oder Kali¬ 
lauge Ammoniak zu der Probe verwendet, so trat die Reaction 
(Rotlifarbung) erst aHmühlig ein. Wurde sehr verdünnter 
Ham verwendet, so zeigte sich auf Zusatz von Natrium- 
nitroprussid und Kalilauge ein leichter, rasch schwindender, 
schwarzer Niederschlag, dann nahm die Probe einen Lila¬ 
farbenton an und ging auf Zusatz von Essigsäure in Preußisch¬ 
blau über. 
Dies sind die Beobachtungen, welche ich mir über die 
Untersuchung des ersten, derartigen Falles notirt habe. Wenn 
sie nicht so vollständg sind, wie es der Zweck meiner heutigen 
Mittheilung erfordert, so möge man die Entschuldigung darin 
finden, dass ich zur Zeit, als ich die Beobachtungen anstelltc 
— wie es ja im Drange der klinischen Untersuchungen sich 
oft ereignet - nicht voraussah, dass dieselben für mich auch 
bald klinisches Interesse gewinnen würden. 
Leber die Untersuchung des zweiten Falles habe ich 
Folgendes zu berichten. 
Der Harn war ziemlich dunkel gefärbt,.etwas trüb und gab 
mit Eisenchloridlösung einen intensiv schwarzen Niederschlag. 
Mit Natriumnitroprussid, Kalilauge und anorganischen Säuren 
aller Art nahm er eine grün-blaue Färbung an, welche nach 
il Stunden bereits einem braun-grünen Farbentone des Flüssig¬ 
keitsgemenges Platz gemacht hatte, während am Boden des 
Refasses sich ein blauer Niederschlag abgesetzt hatte. Bezüg¬ 
lich der Reaction mit Natriumnitroprussid, Kali- oder Natron¬ 
lauge ist noch Folgendes zu bemerken: Dieselbe tritt mit allen 
weiter unten erwähnten, organischen und anorganischen Säuren 
ein. Mit Salpetersäure, Salzsäure (concentrirt) entstand — wie 
erwähnt — nach 24 Stunden ein blauer Niederschlag, desgleichen 
mit Essigsäure. Die Reaction mit Buttersäure zeigte eine grüne 
Farbe, die Probe mit Milchsäure war fleischfarben, mit verdünn¬ 
ter Schwefel- und Ameisensäure roth gefärbt. Führt man die 
Probe statt mit Natron- oder Kahlauge mit Ammoniak aus, 
so tritt erst allmählig eine leichte Rothfarbung ein, die auf 
Zusatz von Säuren in Grün übergeht. Diese Farbe schwindet
        

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