Bauhaus-Universität Weimar

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wickelten sich die Erseheihungen ebenso weiter, wie sie oben 
von den Taubenmuskeln geschildert sind. 
Es wurde ferner ein Ochsenherz, nachdem es auf die 
oben angegebene Weise vorbereitet war, in drei Portionen 
' get heilt und hiervon zwei mit Aether und eine mit-CI Na 
behandelt. Auch hier konnten die oben ..geschilderten Be¬ 
obachtungen wiederholt werden. Es waren jedoch in diesen 
Muskelmassen sehr reichliche Mengen von Hämoglobin ent¬ 
halten, welche nur langsam und nur in geringem Masse durch 
das Myohämatin ersetzt* wurden. 
Lrn die Frage zu entscheiden, ob die nach dem Absterben 
im 1 hierkörper einlretenden Veränderungen einen Einfluss auf 
das Auftreten von Myohümatin ausüben, wurden an Tauben 
vergleichende Untersuchungen angestelK. Es wurden zweimal 
‘lie Brustmuskeln von je zwei Tauben nach der oben erwähnten 
Methode vorbereitet und mit Wasser und Aether behandelt, 
das eine Mal sofort nach der Tödtung der Thiere, das andere 
Mal nachdem die Thiere nach dem Tode achtzehn Stunden 
hindurch in einem mässig kühlen Baume gelegen hatten. Es 
konnte jedoch kein Unterschied der in der Folge beobachteten 
Erscheinungen eonstatirt werden; in beiden Fällen wurden 
nur die oben berichteten Veränderungen gefunden. 
Bei allen den besprochenen Muskelgemengen, mochten 
sie nun mit Aether oder mit CI Na behandelt sein, mochten 
sie sofort nach dem Tode oder mehrere Stunden nach dem¬ 
selben in Angriff genommen sein, stellten sich nach einiger 
Zeit deutliche Spuren von Fäulniss ein. Es entwickelten sich 
Gasblasen, es war besonders bei den mit CI Na behandelten 
Portionen ein fauliger Geruch bemerklich* und es konnten 
Füulnissorganismen nachgewiesen werden. Durch die Fäulniss 
wurden die Muskeln in ihrem spektroskopischen Verhalten 
mehr oder weniger verändert. Die wesentlichsten Verän¬ 
derungen zeigten die . mit CI Na behandelten Portionen.“ In 
diesen ging die Fäulniss sehr stürmisch vor sich. Es bildete 
sich in demselben bald Hämatin in grosser Menge aus,' und 
vom Hämatin sowohl als vom Myohämatin waren nur noch 
Spuren spektroskopisch nachzuweisen.
        

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