Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über die analytische Bestimmungsweise der Eiweisskörper mit besonderer Rücksicht auf Milch
Person:
Sebelien, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16738/28/
marsten sowohl für das Kasein1) wie für das Fibrinogen*) 
bewiesen, dass die Coagulation, ob dieselbe unter Einwirkung 
von Ferment oder durch Wärme geschieht, in einer Spaltung, 
in einem unlöslichen Theil, der sich als Coaguluni ausscheidet, 
und in einem mehr leicht löslichen Bestandteil, besteht. Die 
Annahme liegt dann nahe, dass etwas Aehnliches auch bei 
der Coagulation der übrigen Eiweisskörper geschieht, so dass 
die Fällung nicht absolut vollständig wird. 
Betrachten wir erst die Frage von der Vollständigkeit 
der Ausfüllung des Kaseins. Makris3) hat früher die Voll¬ 
ständigkeit der Fällung mittelst Magnesiumsulfat unter¬ 
sucht, aber er probirte nur einmal das salzgesättigte Filtrat 
vom Kaseinniederschlag, welches er mit Essigsäure ansäuerte; 
es kam hierbei erst beim Erhitzen zum Kochen ein Nieder¬ 
schlag. Ausser dem Magnesiumsulfat ist auch Kochsalz 
(in kalkhaltigem Zustande) häufig zum Ausfällen des Kaseins 
aus der Milch benutzt worden4). Auch das Chlorcalcium 
bas das Vermögen, das Kasein ausfüllen zu können, aber es 
fällt dann auch gleichzeitig das Laktalbumin, so dass man 
hiermit keine Trennung der beiden Eiweisskörper erhält. Das¬ 
selbe gilt auch von € hl or baryum, und die mit diesen 
beiden letztgenannten Salzen erzeugten Fällungen werden 
beim Verweilen in der Flüssigkeit in einigen Tagen unlöslich 
in Wasser5). 
Von anderen Salzen finde ich, dass Chlorammonium 
oder Chlorkalium als Substanz in eine Lösung von reinem 
Kasein in Wasser mit etwas Natriumphosphat hineingebracht, 
keine Fällung bei gewöhnlicher Temperatur oder Körperwärme 
J) Upsala läkareförenings förlmndlingar, 1874. 
2) Pfltiger's Archiv, Bd. XXX, S. 437. 
3) L. c., S. 21. 
4) Hammarsten in Upsala läkareförenings förhandlingar, 1874. — 
Sebelien, Zeitschr. f. physiol. Chemie, Bd. IX, S. 446. 
*») Für die Kenntnis* hiervon bin ich ursprüngliche Mittheilung von 
Herrn Prof. Hammarsten Dank schuldig. — Später hat S. Lewith 
Aehnliches für die Eiweisskörper des Blutserums nachgewiesen (Arch. f. 
exp. Pathol, u. Pharmakol., Bd. XXIV, 1887).
        

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