Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über die analytische Bestimmungsweise der Eiweisskörper mit besonderer Rücksicht auf Milch
Person:
Sebelien, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16738/10/
144 
jedenfalls bei den drei untersuchten Eiweissmodificationen. 
Doch ist zu bemerken, dass es für das Gelingen der Fällung 
noth wendig ist, dass sich eine hinreichende Salzmenge in 
die Lösung findet; eine fast aschenfreie Eiweisslösung wird 
ebenso schwer mit Gerbsäure wie bei anderen Coagulations- 
methoden (Weingeist, Kochhitze) gefällt. Ist die Lösung sehr 
veidünnt, setzt man also am besten etwas Kochsalz, Natrium- 
acelat, Magnesiumsulfat oder dergleichen hinzu. 
Die Versuche, welche in obiger Tabelle dargestellt sind, 
scheinen anzudeuten, dass ein Ueberschuss an Gerbsäure 
nicht schädlich auf die Vollständigkeit der Fällung influirt1). 
^°ch deutlicher geht dies doch aus den folgenden Versuchen 
hervor ; 
Von einer mittelst etwas Natriumphosphat bereiteten 
Kaseinlösung wurde gefallt; 
a) 5,3o8 gr. Lösung mit ca. 5 cbcm. Gerbsäurelösung. Der voluminöse 
Niederschlag enthielt nach dein Auswaschen 0,01372 gr. = 0,25G»|o N. 
Das Filtrat war ganz stickstofffrei. 
b) .»,303 gr. Lösung mit 50 ehern. Gerbsäurelösung. Der Niederschlag 
zog sich hierbei zu harzartigen Klümpchen zusammen ; er enthielt 
0,01358 gr. — 0,25:1 o'0 N. Auch hier war das Filtrat ganz stick¬ 
st offfrei. 
Uebrigens ist aber die Behandlung des Niederschlages 
durchaus nicht gleichgültig. Die Fällung soll in der Kälte 
geschehen und das Waschen mit kaltem Wasser vorge- 
nommen werden. Wäscht man mit kochendem Wasser oder 
mit \V eingeist, wird ein messbarer Theil des ausgefällten 
Eiweisskörpers wieder in Lösung gehen, so wie es aus den 
jetzt zu beschreibenden Versuchen dargelegt wird. 
Die Reihe 1 wurde mit einer reinen Ovalbuminlösung, 
in vorher beschriebener Weise gewonnen, dargestellt; 
mit Lösungen von reinem Kasein; 
3: mit gewöhnlichem Hühnereiweiss, welches nur mit 
Wasser verdünnt, und von den ausgeschiedenen Membranen 
D Hei einem imverbältnissmässig grossen Ueberschuss an Fällungs- 
mittel wird doch möglicherweise die bedeutende Weingeistmenge, die 
hierdurch in die Mischung gebracht wird, hindernd wirken (siehe unten).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.