Bauhaus-Universität Weimar

Dir DiHoronzrn zwischen Titrirung und Wägung lassen 
sich auf mehrere Ursachen zurückführen. 
Nach L ml wig's eigener Angabe entgehen von abgewogenen 
Mengen Harnsäure ungefähr 2°lo der Bestimmung nach seiner Methode. 
Dieser \ erlust findet nur zum Theil hei der Verarbeitung des Harnsäure- 
Niederschlages statt und würde bei der Titiirung als Ueberschuss er- 
scheinen. 
Hin anderer Fehler liegt darin, dass der Trat- und Phosphat- 
Niederschlag heim Messen der Flüssigkeiten unberücksichtigt gehliehen 
i't. während doch das Yoluin der Gesanirntflüssigkeit um das Volumen 
des Niederschlages kleiner war. Der Fehler ist aber gleichfalls nur gering- 
tägig. Die titrirten 32,5 mgr. Harnsäure hätten in »2,3 ebem., statt, wie 
gerechnet wurde, in 10O chcm. enthalten sein müssen, wenn der Wägung 
entsprechend nur 30.0 mgr. hätten gefunden werden sollen. Der ge¬ 
lammte Niederschlag hätte also ein Volum von 7,7 chcm, ausmachen 
müssen. Setzt man die Dichte des Niederschlags bloss — 1, was ent¬ 
schieden zu niedrig ist, so hätte der Niederschlag aus 100 chcm. Harn 
7.7 gr. gewogen. Aber erst die Tages men ge des Harns liefert hei 
'2 gr. P2Oj 7 gr. an Tripelphosphat. 
Weit bedeutender sind die in der Ausführung der Methode selber 
gelegenen Fehler ; sie sind dreierlei Art : solche, welche begangen wurden 
beim Ahmessen der Flüssigkeiten im Cylinder und beim Abmessen der 
Silberlösung, ferner bei der Bestimmung der Harnsäure nach Ludwig 
und «1er maassanalytischen Bestimmung. Welche Höhe sie in Summa 
erreichten, ergiebt sich aus der Vergleichung der Befunde hei je zwei 
gleichartigen Harnen, von denen der eine aus dem andern durch Ver¬ 
dünnen hergestellt wird. Nur einmal (hei Fall b) war der Unterschied 
zwischen Wägung und Titiirung gleich (14,2°’o), einmal (Fall a) lagen 
die Differenzen noch nahe bei einander (20,0 und 23,6 °’o), in den anderen 
Fällen waren sie jedoch bedeutend. 
Wie viel von dem Gesammtfehler auf jede einzelne Operation ent¬ 
fällt, lässt sich nicht sicher nachweisen. Die Wägungs-Paare differirten 
in der Hegel zwischen 0,1 und 0,5 mgr.; es traten aber auch ausnahms¬ 
weise Abweichungen bis zu 2,6 mgr. auf. Noch weit mehr kann bei 
der Titiirung gefehlt werden. Beträgt der Titre der Silberlösung 30. so 
zeigt 0,1 chcm. 0,50 mgr. Harnsäure an. Der Fehler, den man bei der 
Titrirung des Filtrats macht, wird mit 4 multiplicirt in Rechnung ge¬ 
bracht. Irrt inan sich um 0,1 chcm. der Sulfhydratlösung, so begeht 
man in der Harnsäure-Bestimmung einen Fehler von 4X0,56 = 2,24 mgr. 
Harnsäure. 
Bei der Titrirung wird man nun allerdings viel eher zu \iel von 
der Sulfhydratlösung verbrauchen, als zu wenig; der Silberrest wird 
grösser und die Mengen der gefällten Harnsäure kleiner erscheinen, al-
        

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