Bauhaus-Universität Weimar

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sondere Vorschriften bezüglich der Säuremenge ganz über¬ 
flüssig sein dürften, und es wird ein Jeder gewiss die in 
dem speciellen Falle erforderliche Säuremenge leicht finden. 
Bezüglich des Säuregrades kann ich zufügen, dass er vielleicht 
ohne Schaden etwas höher als 0,1—0,15, etwa 0,2—0,‘>0/„. 
genommen werden kann. Mit einem höheren Säuregrade 
wächst doch natürlich auch die Menge des zur Ausfüllung 
des Mucins erforderlichen Wassers, 
Das wie oben mit Wasser ausgefällte Mucin stellt eine 
zähe, klebrige Masse dar, welche zu mehrere Fuss langen 
Fäden ausgezogen werden kann und fast wie Vogelleim an 
den Belassen und trockenen Gegenständen überhaupt haftet. 
Von einem Auswaschen auf dem Fill rum kann also nicht 
die Rede sein. Behufs des Auswaschens dieses Mucins muss' 
man es in einem Becherglase wiederholt mit neuen Mengen 
Wasser durchkncton, und man beobachtet dabei, wie die 
Oberfläche des Mueingerinnsels in dem Maasse, wie die Säure 
entfernt wird, eine weisse Farbe annimmt und in weisse, 
aufgequollcne Fäserchen und Partikelchen zerfällt. Diese 
Partikelchen werden mit dem Wasser abgegossen, und heim 
Durchkneten des Gerinnsels mit neuen Wassermengen wandelt 
sich allmählich die ganze Masse desselben in weisse, gequol¬ 
lene Flöckchen um, die dann durch Decantation mit Wasser 
weiter ausgewaschen worden können. Auf diese Weise kann 
also das urprünglich blassbraungelb gefärbte Mucingerinnsel 
in eine, anscheinend fast rein weisse flockige Masse verwandelt 
werden, welche ein vollständiges Auswaschen gestattet. Dieses, 
fast weisse, tlockige Mucin wandelt sich sogleich durch Zu¬ 
satz von Essigsäure in die ursprüngliche zähe, blassbraun- 
gelblich gefärbte Masse um. In Wasser löst es sich mit 
Hülfe von üusserst wenig Alkali leicht zu einer fadenziehenden, 
schleimigen, anscheinend ganz typischen Mucinlösung auf. 
Als Vorbereitung für die Elementaranalyse wurde dieses 
ausgewaschene Mucin erst mit Alcohol entwässert, dann mit 
Aether behandelt und zu einem staubfeinen Pulver zerrieben, 
welches vollständig mit Alcohol und Aether erschöpft wurde. 
Das so behandelte Präparat, welches eine fast rein weisse
        

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