Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Ausscheidung der Aetherschwefelsäuren im Urin bei Krankheiten
Person:
Hoppe-Seyler, G[eorg]
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16683/4/
4 
zu finden, obwohl noch ziemlich viel indigobildende Substanz 
darin nachweisbar war. Auch bei Peritonitis tuberculosa 
trat Vermehrung auf; bei putriden Erkrankungen, Empyem, 
Puerperalfieber war starke Vermehrung 7.11 constaliren. Obsti¬ 
pation führte nicht immer zu Vermehrung der Phenole. Indigo¬ 
bildende Substanz und Phenol waren in wechselndem Ver¬ 
hältnis zu einander vorhanden. Nach Eingabe von Tyrosin 
war die Menge des Phenols und der Aetherschwefelsäuren 
vermehrt. Es war also das Phenol im Urin in solchen Fällen 
vermehrt, bei denen die Fäulniss sich im Darmkanal oder in 
pathologischen Herden im Organismus besonders stark ent¬ 
wickeln konnte. 
Die Bildung des Phenols im Darmkanal stellt man sich' 
nach Baumann’) wohl am besten auf folgende Weise vor: 
Aus dem Eiweiss entsteht bei der Fäulniss im Darmkanal 
Tyrosin, dasselbe wird nun weiter in Hydropara- 
cumarsäureC6H4<^ __ j und Paroxyphenyl- 
. .. r TT OH * 2 
essigsaure C6II, < ^ _ GO II verwan(^5 aus letzterer 
entsteht weiterhin Parakresol C«6II4 < und aus diesem 
OH, 
Phenol C6II5 — OH. Hydroparacumarsäure und Paroxy- 
phenylessigsäure wurden von Baumann auch aus normalem 
Prin "dargestellt; sie sind zum Theil an Schwefelsäure ge¬ 
bunden, zum Theil ungebunden darin enthalten. Auch fand 
er, dass bei pathologischen Vorgängen zugleich mit den Phenol¬ 
schwefelsäuren auch die beiden erwähnten Oxysäuren ver¬ 
mehrt sind, also die Bildung der Phenole und Oxysäuren 
parallel läuft. 
Ein Theil des Phenols wird im Körper weiter oxydirt 
und erscheint als Brenzkatechin und Hydrochinon 
(0,11,(011),) im Urin. Brenzkatechinschwefelsäure wurde von 
Baumann') in jedem Menschenurin in Spuren gefunden. 
J) Zeitschr. f. j
    

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.