Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Ausscheidung der Aetherschwefelsäuren im Urin bei Krankheiten
Person:
Hoppe-Seyler, G[eorg]
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16683/31/
rin. Die Zurückhaltung faulender StutVe im Körper änsserte 
r-ii-li also in einer vermehrten Ausscheidung von gebundener 
Schwefelsäure im Urin. 
Auch hei einem Mann (Tab. No. :il), welcher in der 
eimm Lunge einen Abscess mit sehr stark stinkendem Inhalt 
hatte, war eint1 Vermehrung der Aetherschwefelsäure nach- 
zu weisen. 
Aus den Bestimmungen der Aetherschwefclsäuremengö 
des l rins in den erwähnten Fällen scheinen sich mir fol¬ 
gende Schlüsse zu ergeben: 
1. Mangelnde oder aufgehobene Resorption der nor¬ 
malen Verdauungsproducte, wie sie bei -Ileus. Peritonitis, 
tnherculöser Darmerkrankung u. s. w. anftritt, führt zu Ver¬ 
mehrung der Aetherschwefelsäuren in Folge weiter gehender 
Zersetzung der Verdauungsproducte durch Fäulniss und Ke- 
.-urption der so entstandenen Substanzen. 
2. Bei Typhus abdominalis ist keine Vermehrung zu 
< onstatiren, ausser etwa, wenn der Darminhalt stagnirt. 
3. Einfache Koprostase hat keine Vermehrung, der ge¬ 
bundenen Schwefelsäure zur Folge. 
4. Bei Magenerkrankungen, auch wenn die Ernährung 
darniederliegt und gährende Massen im Magen reichlich vor¬ 
handen sind, tritt nicht immer Vermehrung der Aether¬ 
schwefelsäuren auf. 
5. Fäulnissvorgänge im Organismus ausserhalb des 
Darmkanals haben eine vermehrte Ausscheidung zur Folge 
und dieselbe ist ungefähr proportional der Stärke der Fäul- 
nissvorgänge, nimmt zu bei Retention faulender Stoffe, ab 
nach Entleerung derselben. 
6. Die Menge der gepaarten Schwefelsäure bleibt oft 
1 ingeändert, wenn auch andere Fäulnissproducte als Paar¬ 
linge auftreten; d. h. unter veränderten Bedingungen der 
Fäulniss scheint ein Fäulnissproduct für das andere eintreten 
711 können. Besonders gut lässt sich dies bei Indoxyl Und 
skatoxyl verfolgen. 
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