Bauhaus-Universität Weimar

Dass die beiden Golddoppelsalze identisch waren, kann 
demnach mit Sicherheit angenommen werden: auch, berech¬ 
tigen die gemachten Beobachtungen zu dem Schluss, dass es 
'ich hier nicht um Gemenge, sondern um einheitliche Sub¬ 
stanzen handelte. ;y 
Die im \ origen mitgetheilten Thatsacheu führen zu der 
Schlussfolgerung, dass die aus Lupinen- und Kürbiskeimlingen 
abgeschiedene Base Cholin war. Nicht nur in der Kleinentar- 
zusaminensetzimg, sondern auch im Verhalten findet IVber- 
einstimmung statt. Bekanntlich giebt das Cholin ein in 
Wasser und Alkohol leicht lösliches, in zerfliesslicheii Nadeln 
krystallisirendes Chlorhydrat, ein schwer lösliches, gut krystal- 
lisirendes Golddoppelsalz, ein in Wasser lösliches, in Alkohol 
dagegen unlösliches Platindoppelsalz, endlich eine in Wasser 
sehr schwer lösliche Verbindung mit Quecksilberchlorid, in 
allen diesen Punkten, ebenso in den oben aufgeführten 
Reactionen, gleicht das Cholin der aus Keimpflanzen abge¬ 
schiedenen Base. 
Das gereinigte Platindoppelsalz der letzteren-■ (dafgestellP 
aus dem durch Zerlegung des gereinigten Golddoppetsalz er¬ 
haltenen Chlorhydrat) krystallisirte beim langsamen Verdunsten 
seiner wässrigen Lösung in schönen Orangerothen, meist sechs¬ 
seitigen Tafeln. Nach Iloppe-Seyler >) kryshdJisirt das 
Platindoppelsalz des Cholins unter gleichen Verhältnissen in 
klinorhombischen Prismen oder Tafeln, meist in sechsseitigen 
Tateln. Nach Brieger-) bildet das Cholinplatihdoppelsalz 
in der Regel übereinander geschobene Tafeln. Das unreine 
Golddoppelsalz der aus Keimlingen gewonnenen Base erschien 
unter dem Mikroskop in würfelförmigen Krystallen; das ge¬ 
reinigte Salz bildete dünne, zu Gruppen vereinigte Prismen. 
Das Aussehen des Salzes entsprach demnach den von Urie- 
ger8) für das Golddoppelsalz des Cholins gemachten An- 
D Handbuch der physiologisch- u. pathologisch-chemischen. Analyse, 
*>. Auflage, S. 104. 
2) Untersuchungen über Ptomaine, II.. S. 18. 
3) Diese Zeitschrift, Bd. 11. S. 185.
        

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