Bauhaus-Universität Weimar

aut d«*r grösseren Löslichkeit des Jods in lieisseni \V is>. r 
und der durch die Hitze verminderten Anziehung des Jods 
zur Stärke. Beilstein drückt sich iirder 1 S,s(i erschienenen 
neuen Auflage seines Werkes folgern lermassen aus: «Man 
hat die Jodstürke anfangs als eine chemische Verbindung 
betrachtet (selbst 1S'77 glaubte nocti Bondonneau die Jod- 
starke nochmals (Ue Hin O3 g-, J bezeichnen zu können), fn der 
Jodsjürke hat man es aber nur mit einer Fuilageri-uia von 
Jod zwischen die Molecule der Stärke zu tlimi. etwa hrder- 
selben Weise, wie durch Kohle gewisse Salze {/. B. Bleisalze) 
aus ihrer Lösung gefällt werden. Die Farben , welche da • 
Jod in der Stärke erzeugt, sind dieselben-, welche man am 
Jod im gelösten, gasförmigen oder testen Zustande beobachte;. 
Alle Substanzen, welche mit dem Jod in Wechselwirkuir: 
treten,-zerstören die Farbe der Jodstärke solort : etc. 
Ich glaubte diese Sätze eit iron zu sotten, damit dei 
Le>er über »len jetzigen Standpunkt der Frage nach der Jod- 
'türke orie.nlirt sei und namentlich ersähe, dass man nicld' 
etwa nur den als Jodslärke analysirleu Substanzen, sondent 
dem Träger der blauen Färbung den Charakter einer ein- 
mischen Verbindung absprichl. Man wird aus den Citaten 
erkennen, dass die Ansicht von Duc taux sich auch in 
Deutschland ausgebreitel hat. 
Die Forscher auf botanisch-chemischem Gebiete gebeii 
zu, dass die Jolroaclion li'ir die Unterscheidung der einzelnen 
Besinnt II heile des Amvlum sehr werthvoll ist, da sich einim 
damit blau, andere rothviolel, ander«* gelb färben. Wie will 
man diese '\ hatsache aber verstehen, wenn hier nur Ceineiige 
tarbloser Substanzen mit Jod vorliegen V Müssten in diesem 
Fall die jodhaltigen Froduclo nicht alle dieselbe Farbe be¬ 
sitzen? Beruht nicht gerade der Werth der Jodreaction (in 
der Untersuchung des Amyluiu) darauf, dass der eine Stoff 
jedesmal eine blaue, der andere eine rothviolete, der dritte 
«■ine gelbe Farbe annimmt? — Nur wenn man zugiebt, da-.-' 
die einzelnen jodirten Substanzen chemische Verbindungen 
sind, wird man in der Jodreaction eine sichere Grundlage' 
zur Beurtheiliuig der Bestandtheile des Amylum besitzen. Da
        

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