Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Einwirkung von Verdauungsfermenten auf die Proteinstoffe der Futtermittel landwirthschaftlicher Nutzthiere
Person:
Stutzer, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16656/3/
grobes und spater nochmals durch möglichst dichtes Filtrir- 
papier. Der so zubereitete Magensaft bleibt monatelang 
unverändert wirksam. Es empfiehlt sich, die Schleimhäute 
mehrerer Magen (wir nehmen in der Regel 6) gleichzeitig 
zu extrahiren, da es Vorkommen könnte, dass bei Ver¬ 
arbeitung eines einzelnen Magens dieser zufällig wenig Pepsin 
enthält. 
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Die zu untersuchende Substanz, welche in der vorhin., 
angegebenen Weise zuvor entfettet wurde, wird mit '/4 Liter 
Magensaft übergossen und 12 Stunden lang auf + d7—10° (Î. . 
erwärmt, indem man gleichzeitig und zwar in Zwischen¬ 
räumen von ungefähr 1 Stunde je 2% ebem. lOprocentiger ' 
Salzsäure (jedesmal also 0,1% II CI) unter Umrühren hinzu¬ 
fügt, bis der (Jehalt der Flüssigkeit an IIGI auf 1% gestiegen' 
ist. Wir beginnen in der Regel früh Morgens mit dem Er¬ 
wärmen, löschen Abends die Flammen und fillriren am andern 
Morgen. In dem mit Wasser ausgewaschenen Rückstände 
kann der Stickstoff direct bestimmt werden, falls man zu 
wissen wünscht, wieviel Stickstoff nur durch Magensaft Ver¬ 
daulich ist. Andernfalls verwendet man den ausgewaschenen 
Inhalt des Filters im feuchten Zustande sofort zur Verdauung 
mit Bauchspeichel. 
Die Verwendung von '/* Liter Magensaft für 1 bis 2 gr. 
der Untersuchungssubstanz, die 12stündige Erwärmungsdauer ’ 
und die Menge der zuzufügenden Salzsäure ist sehr hoch 
gegriffen und würde in allen Fällen sowohl eine geringere. 
Zeitdauer der Erwärmung wie auch eine geringere Quantität 
des Magensaftes und der Salzsäure genügen, um das Optimum • 
der Pepsin Verdauung herbeizuführen. Trotzdem glaubte ich 
keine Veranlassung zu haben, von den bisherigen Versuchs¬ 
bedingungen abweichen zu sollen, da das Uebermass der 
Zeit, des Magensaftes und der Salzsäure nichts schadet und 
es andererseits bei Untersuchung beliebiger Substanzen sehr 
angenehm ist, im Voraus zu wissen, dass das Optimum der 
Verdauung jedenfalls erreicht wird, ohne dass es noting ist, 
in jedem einzelnen Falle durch besondere Versuche sich dar¬ 
über Gewissheit zu verschaffen.
        

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