Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der beim Eiweisszerfall entstehenden Phenylamidopropionsäure
Person:
Schulze, E. E. Nägeli
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16655/4/
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Dor Emo von uns und E. Bossharn1) haben gezeigt, da-* 
.man das active Leucin durch Erhitzen mit Barytwasser 
;'Uf 1^>—!««■* in eine inactive Modification verwandeln 
kann, welche ein viel geringeres Lösungsvermögen in Wasser 
hcsilzl, als jenes. |,n Hinblick auf diese Beobachtungen 
ami cs nicht aiiflallcn, dass die beiden Phenylamidopropioii. 
.sauren, von denen die eine optisch wirksam, die andere m- 
activ ist, ln Bezug auf mehrere 1‘iuikte in den Eigenschaften 
diflcrire", und man kann das Vorhandensein dieser Differenzen 
nicht als ein Hinderniss für die Annahme betrachten, dass 
die aus Lupinenkeimlingen und Eiweissstolfeii erhaltene Amido- 
sauro wirklich Plieiiyl-*-A.midoprupionsäure (Phenyl- 
alaninj sej. 
Ks (Tsdiirn aber doch wünschenswerth, für letztere An¬ 
nahme weitere Stützen zu gewinnen. Ein zur Erreichung 
im S< S Z,^S fOÎ*Uok‘r W(- leicht aufzufinden. Das 
henylalamn lässt sich nach den Untersuchungen von Erlen- 
nieyer und Lipp in Tyrosin überführen, indem man es 
mtrirt, das so erhaltene Product mittelst Zinn und Salzsäure 
zu Amidopheri) lalanin reducirt und das Sulfat oder Chlor« 
hyfrat des letzteren mit Natriumnitrit oder mit Salpetrigsäure¬ 
anhydrid zusammenbringt. War die oben besprochene Amido- 
saure wirklich Phenylalanin, so musste sie sich auf dem 
gleichen Wege in Tyrosin üherführen lassen. Das Experiment 
hat gezeigt, dass dies in der That der Fall ist. 
Wir hielten uns hei Ausführung unserer Versuche fast 
gauz an die von Erlenmeyer und Lipp in der Abhand- 
ung über die Synthese des Tyrosins -) gegebenen Vorschriften. 
D,c ans (Aiprnenkoimlmgen erhaltene Amidosäure wurde in 
eoneentrirter Schwefelsäure gelöst, der Lösung unter Um- 
ndiren und beständigem Kühlen langsam concentrirte Salpeter- 
sAuu zugeselzt (aut 1,- gr. der Amidosäure verwendeten wir 
7 ebem. Schwefelsäure und (»,{) ebem. Salpetersäure). Das 
Itcaclionsprodiict wurde in 600—700 ebem. Wasser gegossen, 
die Losung zum Kochen erhitzt; dann wurde zur Entfernung 
V Liese Zeitschrift, Bd. 10, S. 135. 
2) Annalen der Chemie. Bd. 2111, S. 101.
        

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