Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss von den Farbstoffen der melanotischen Geschwülste
Person:
Mörner, K. A. H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16648/65/
130 
stofi' mit grösserer Farbenstärke (wie vielleicht einen der 
Farbstoffe, die man aus dem Urin als Zersetzungsproducte 
erhält) verunreinigt gewesen ist. 
Bemerkenswerth für den betreffenden Farbstoff ist der 
hohe Schwefelgehalt, und es würde von grossem Interesse 
sein zu ermitteln, in welcher Form der Schwefel sich hier 
findet. Zufolge der geringen Menge von Material, das mir 
zur Verfügung gestanden, habe ich in dieser Richtung nur 
einige unbedeutende Versuche machen können. 
Auf Grund des ziemlich bedeutenden Eisengehaltes dieses 
Farbstoffes bin ich geneigt, denselben als ein Derivat des 
Hämoglobins aufzufassen, doch ist der Schwefelgehalt des 
Hämoglobins niedriger, nämlich 0,03% (sofern das Hämo¬ 
globin des Patienten nicht einen abnorm hohen Schwefel- 
gehalt gehabt hat) und die Herleitung des Farbstoffes vom 
Hämoglobin dürfte daher ziemlich complicirt sein, selbst wenn 
sich ein Zusammenhang mit ihm finden sollte. Auf Grund 
des hypothetischen Zusammenhanges mit dem Hämoglobin 
betrachte ich es als wahrscheinlich, dass der Schwefel sich 
im Farbstoff nicht in der Form von oxydirtem Schwefel als 
eine, Wasserstoff des Hämoglobins substituirende, SO- oder 
SO2-Gruppe, in welchem Falle der Gehalt an Kohle ein viel 
niedriger sein müsste, sondern in einer anderen Form findet. 
Inzwischen scheint der Schwefel im Farbstoff nicht in der¬ 
selben Form vorhanden zu sein, wie der nicht oxydirte 
Schwefel im Eiweiss, denn ich habe nicht beobachtet, dass 
sich bei der Erwärmung des Farbstoffes mit sogar starker 
Kalilauge über Wasserbad Schwefelalkali gebildet hätte; als 
die Lösung mit Salzsäure sauer gemacht wurde, trat keine 
Entwickelung von Schwefelwasserstoff ein, und bei einem 
Zusatz von Bleiacetat zum Filtrat von dem ausgefällten Farb- 
stofi entstand nur eine weisse Fällung von Chlorblei. Bei 
Schmelzen mit Kalihydrat bildete sich, wie auch Berd'ez. & 
Neneki bei der Untersuchung ihres Farbstoffes gefunden, 
etwas Schweleialkali, doch schien mir dasselbe in Bezug auf 
seine Menge nicht allem im Präparat enthaltenen Schwefel 
entsprechen zu können, weshalb ich annehme, dass noch
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.