Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss von den Farbstoffen der melanotischen Geschwülste
Person:
Mörner, K. A. H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16648/16/
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V'- 
verständlich noch viel weniger ermittelt ist; in welcher 
Beziehung diese Reaction zum Farbstoff in den Ge¬ 
schwülsten steht. 
Bei Fallen von melanotischen Geschwülsten hat man 
ferner im Lrin (und im Blute) Pigment in der Form von 
charakteristischen Körnern beobachtet. So hat Eiselt (J, 
S. 110) in einem Falle, wo sich Metastasen in den Nieren 
gebildet hatten, pigmenthaltige Geschwulsttheile im Urin 
bemeikt. Eberth hat Melanosarkomelemento- in Glomeruli 
und auch in den Lrinkanälen gesehen. Ncpvcu hat im 
Urin Agregate von Pigmentkörnern, zuweilen in der Form von 
C)lindern, gefunden. (Der Lrin reagirte mit Salpetersäure 
und mit Kaliumdichromat.) In den Nieren oder den Harn¬ 
leitern waren keine Metastasen vorhanden, aber in dem Epithel . 
der Urincanäle war eine schwache Sepiafarbe bemerkbar, 
welche sich bei starker Vergrößerung von einer schwärzlichen 
Punctirung bedingt zeigte. In dem Blute desselben Patienten ; 
fand er Agregate von Pigmentkörnern, zuweilen Cylinder 
bildend, welche den Eindruck einer Herstammung von den 
Capillargefassen machten. (Die rothen Blutkörper waren nicht 
verändert, die Anzahl der weissen war vermehrt.) 
Ich gehe jetzt zu einem Berichte über den von mir 
beobachteten Fall über. 
Der Patient war ein rothhaariger Mann von 36 Jahren, At k er¬ 
arbeiten Im Frühjahr 1884 bemerkte derselbe, dass ein Geburtsmal auf 
• uVer seiner Schultern zu wachsen begonnen hatte und sich zu einer 
Geschwulst entwickelte; ein paar Monate später entdeckte er einige siib- 
« utarie Tumore an den unteren Extremitäten ; die Zahl dieser Tumore 
wuchs sodann unaufhörlich, so dass sie bei der Aufnahme des Patienten- 
1,1 (1;ls 1,if‘sir(‘ Krankenhaus im März 1*85 eine ganz bedeutende war. 
Im Krankenhause befand sich der Patient fmit Ausnahme eines Monats 
im Sommer, wo er entlassen war) von Mitte März bis zuiii 30. October 
1 ;sr>’ er nach mehreren epileptischen Anfällen starb. Der I rin war 
während der ganzen Zeit klar, ziemlich stark gefärbt (ungefähr wie , 
Heherharn) und hatte saure Heaction ; seine Menge war anfangs 1000 
l*i' l-J(K) chcm., gegen das Ende aber, wo der Patient während einiger 
Zmt Diarrhöe gehabt hatte, war er geringer 1000—7tKl cbom. i und seine . 
Zeitschrift lür pliysi«jl< »gisch*' Chemie. XI.
        

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