Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss von den Farbstoffen der melanotischen Geschwülste
Person:
Mörner, K. A. H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16648/11/
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Seit Eiselt (in Prag) darauf aufmerksam gemacht, dass 
der I rin von Personen, welche mit melanotischen Geschwülsten 
behaftet sind, gewisse Eigenthümlichkeiten aufweisen kann, 
ist, derselbe ein Gegenstand der Aufmerksamkeit mehrerer 
Beobachter gewesen. In vier Fällen, welche Ei seit zu be¬ 
obachten Gelegenheit hatte, fand er im Urin auffällige Eigen¬ 
tümlichkeiten, die seine Aufmerksamkeit erst weckten, als 
er einen Urin von hochgelber Farbe (eig. Gew. 1,007—1,015) 
auf Gallenfarbstoff prüfen wollte; beim ersten Tropfen, welcher 
von der concentrirten Salpetersäure in die Urinprobe fiel, 
wurde diese augenblicklich schwarz. Auch bei der Ein¬ 
wirkung anderer Reagentien als concentrirter Salpetersäure, 
z. B. Kaliumdichromat mit Schwefelsäure, konnte man die¬ 
selbe Reaction erhalten. Selbst wenn der Urin einige Zeit 
an der Luft stehen durfte, färbte er sich dunkel wie Porter. 
Dieser erstuntersuchte Fall betraf einen Patienten mit carcinoma 
bulbi und Leberkrebs. Der zweite war ein Hautcarcinom 
(Sarkom) mit zahlreichen Metastasen nach inneren Organen; 
die angeführte Urinreaction zeigte sich hier weniger deutlich. 
Im dritten F alle handelte es sich um einen Patienten, welcher 
unter der Diagnose Lebercancer behandelt wurde; bei der 
Untersuchung seines Urins erhielt Eis eit die erwähnte Re¬ 
action und stellte Grund dessen die Diagnose auf melanotische 
Geschwulst, welche bei der Obduction auch bestätigt wurde. 
Der am Tage vor dem Tode gesammelte Urin war hellgelb 
und hielt sich, vor Licht und Luft geschützt, unverändert; 
bei der Berührung mit Salpeter- und Chromsäure färbte er 
sich sofort schwarz; eine später genommene Urinprobe wurde 
von selbst schwarz. In dem vierten Falle (welcher nicht zur 
Section gelangte) waren subcutane, bläulich durchscheinende 
Tumore vorhanden, ebenso Leber- und Milztumor. Der Urin 
war immer dunkelfarbig und färbte sich mit concentrirter 
Salpetersäure augenblicklich schwarz. Was das Verhalten 
der chromogenen Substanz zu Fällungsmitteln anbetrifft, so 
macht Eiselt (2, S. 41) einige Mittheilungen. Wenn man 
den Urin mit neutralem Bleiacetat fallt, diesen Niederschlag 
abfiltrirt und das Filtrat alsdann mit basischem Bleiacetat
        

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