Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Niederschlag, welchen Pikrinsäure im normalen Harn erzeugt, und über eine neue Reaction des Kreatinins
Person:
Jaffe, M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16635/6/
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Um die Constitution der Verbindung zu ermitteln, wuid. 
dieselbe folgen dermassen behandelt: Sie wurde, wie bereit, 
oben (S. 392) beschrieben, mit einem Gemisch von 1 Theil 
Salzsäure und 10 Theilen Wasser einige Minuten zum. Sieden 
erhitzt, nach dem Erkalten zur Entfernung der freigewordeii. il 
Pikrinsäure so oft mit Aether geschüttelt, als derselbe noch' 
etwas aufnahm. Nach dem Verdunsten des Aethers blieb die 
Pikrinsäure rein zurück. 
Ich erhielt in dieser Weise: 
1. aus 0,400 Substanz 0,3014 Pikrinsäure, entspr. 75,35 °|0; 
2. aus 0, »35 Substanz 0,39G9 Pikrinlösung, entspr. 74,lG°/o. 
Die obige Formel verlangt 75,2 % Pikrinsäure. 
Die von dem Aether getrennte salzsaure Lösung wurde 
auf dem Wasserbade zur Trockne verdampft und mehrmah 
mit heissem Alkohol extrahirt. Der in Alkohol unlösliche Theil 
war unorganischer Natur und erwies sich als Chlorkalium. 
Eine Cl-Bestiinmung ergab 48,1 % (verl. 47,65 %). 
Aus der heissen alkoholischen Lösung schied sich beim 
Erkalten theils spontan, theils naeh Zusatz von Aether ein. 
grosse Menge farbloser Krystalle aus, welche durch eine Cliloi- 
bestimmung,. ferner durch Umwandlung in die charakteristisch. 
Chlorzink Verbindung, sowie durch die Wcyl’sche Reaction 
als salzsaures Kreatinin identificirt wurden. 
0,300 Substanz ergaben, mit Ag-Lösung nach Volhard litrirt . in.n 
Cl-Gehalt von 23,97ftfo (salzsaures Kreatinin verlangt 23,74°/o GH. 
0,4114 Substanz der in bekannter Weise dargestellten Glilorzinkverbiii.luii: 
gaben 0,1023 ZntM), entspr. 22,8 % (Ghlorzinkkreatinin vorbm-f 
22,4°|o ZnO). 
Durch diese Untersuchungen ist der Nachweis geführt* 
dass die durch Pikrinsäure aus menschlichem Harn gelallte, 
in gelben Nadeln krystallisirende Substanz aus einem Dopprl- 
salz von pikrinsaurem Kreatinin und pikrinsaurem Kalium 
bestellt. 
) Der Zink wurde nach Fresenius* quantitativer Analyse I. 
S. 250 ff„ zunächst als Schwefelzink gefällt, dann in das Carbonat um- 
gewandelt und durch Glühen des letzteren in ZnO übergeführt.
        

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