Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die quantitative Bestimmung der Schwefelsäure und Aetherschwefelsäure im Harn
Person:
Salkowski, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16632/3/
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Chlorbaryumlösung Gefahr laufe, Baryumsalze der gebundenen 
Schwefelsäuren mitzufallen. Dieser Einwand gründet sich 
darauf, dass Kos sei aus dem nach Fütterung von Phenetol 
entleerten Harn durch Zusatz von Barytwasser schwerlösliche 
Doppelsalze erhielt, welche aus chinäthonsaurem und phenol¬ 
schwefelsaurem resp. kresolschwefelsaurem Baryt bestanden. 
Dieselben Doppclsalze bildeten sich auch beim Zusatz von 
Chlorbaryum zu einer Lösung der Kaliumsalze genannter 
Säuren. Es scheint mir, dass Kossel etwas zu weit geht, 
wenn er aus diesem Grunde die Ausfällung der. präformirten 
Schwefelsäure in alkalischer Lösung, welche erhebliche Vor¬ 
theile bietet, überhaupt verwirft, ich glaube an derselben, 
abgesehen von den ziemlich seltenen Fällen, in denen die 
von Kossel angezogene Möglichkeit besteht, festhalten zu 
dürfen. 
Zu allen Versuchen diente dieselbe schwefelsäurefreie 
Salzsäure von 1,12 spec. Gew. Das angewendete (schwedische) 
Filtrirpapier entsprach allen Anforderungen in Bezug auf 
Zurückhaltung von Baryumsutfat, dagegen nicht ganz den 
Anforderungen bezüglich des Aschengehaltes. Stets wurden 
mit Salzsäure gut extrahirte Filter von 8 Centim. Durch¬ 
messer angewendet: 3 derselben lieferten 1 bis 1,2 Milligr. 
Asche. Nicht grösser war der Aschengehalt, wenn grössere 
Quantitäten chlorbaryumhaltiger, mit Salzsäure angesäuerter 
Flüssigkeiten hindurchfiltrirt waren: das Chlorbaryum liess 
sich also vollständig auswaschen. Dagegen wurde aus den 
barythaltigen ganz klaren Harnfiltraten bei nochmaliger Fil¬ 
tration stets etwas Baryum zurückgehalten, das sich auch 
durch noch so energisches Auswaschen nicht entfernen liess 
(selbstverständlich war in den Waschwässern keinBaCla mehr 
nachweisbar). Der Aschengehalt war in diesem Fall also 
etwas höher, aber nicht ganz constant: 3 Filter lieferten unter 
diesen Umständen 1,5 bis 2,0 Milligr. Asche, jedes Filter also 
im Mittel ungefähr 0,6 Milligr. 
Nach diesen Vorbemerkungen kann ich zur Mittheilung 
der Versuche übergehen.
        

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