Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Vorkommen von Vernin im Blüthenstaub von Corylus avellana und von Pinus sylvestris
Person:
Schulze, E. A. von Planta
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16628/3/
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führen *). Es stimmte nun im Aussehen vollständig mit dem 
aus anderem Material gewonnenen Vernin überein. Unter 
dem Mikroskop erschien es in äusserst dünnen Prismen ; nach 
dem Abfiltriren und Trocknen bildete es eine weisse, atlas¬ 
glänzende Masse. Es gab diejenigen Reactionen, welche in 
der oben citirten Abhandlung für das Vernin angegeben 
worden sind. Als eine Probe in verdünnter Salpetersäure 
gelöst, die Lösung im Wasserbade eingedunstet wurde, blieb 
ein gelber Fleck, welcher beim Befeuchten mit Ammoniak- 
flüssigkeit intensiv rothgelb wurde. Die wässerige Lösung 
der Substanz gab auf Zusatz von Pikrinsäure-Solution nach 
einigen Stunden eine krystallinische Ausscheidung, auf Zusatz 
von Phosphorwolframsäure und Salzsäure einen gelblichen 
Niederschlag, auf Zusatz von Silbernitrat eine gallertartige, 
durchsichtige Fällung, welche in Ammoniakflüssigkeit löslich 
war; die so erhaltene Lösung lieferte beim Verdunsten eine 
krystallinische Ausscheidung (letzteres wurde auch bei Vernin 
aus anderem Material beobachtet). In der Silberverbindung-) 
wurde eine Silberbestimmung ausgeführt; das Resultat ent¬ 
sprach der von der Formel CicHis Aga Ns Os geforderten Zahl, 
wie folgende Angaben beweisen: 
0,304 gr. Substanz, im Exsiccator bis zur Constanz des Gewichts ge¬ 
trocknet, gaben beim Glühen 0,0980 gr. Ag. 
Berechnet : Gefunden : 
Ag 32,430/o. 32,250/0. 
Um eine weitere Bestätigung der Identität der gewon¬ 
nenen Substanz mit dem Vernin zu erhalten, wurde das 
Verhalten untersucht, welches sie beim Kochen mit Salzsäure 
zeigte. Ihrer wässerigen Lösung wurde etwas concentrée 
Salzsäure zugesetzt, die Flüssigkeit etwa eine Stunde lang 
gekocht, dann im Wasserbade auf ein geringeres Volumen 
*) Offenbar wurde bei der Abscheidung aus dem Pullen das Verum 
zunächst in unreinerem Zustande erhalten, als bei der Abscheidmig au: 
anderen Materialien. 
2) Die Silberverbindung wurde so dargestellt und behandelt, wie 
es in der oben citirten Abhandlung (diese Zeitschrift, Bd. 10, S. 86) be¬ 
schrieben worden ist.
        

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