Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage: Ist im Parotidenspeichel ein Ferment vorgebildet vorhanden oder nicht?
Person:
Goldschmidt, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16622/12/
Säurebildung und darauf folgender Säure Verflüchtigung alt¬ 
gelöst wird. Uebrigens ist es sehr möglich, ja höchst 
wahrscheinlich, dass diejenige Zuckerbildung, welche von 
dein Speichelferment bedingt ist, in den erwähnten Versuchen 
eine niedrigere Grenze als 0,4G9 gr. (wie im Gefäss 8) hat, 
und. dass der Umstand, dass die Zuckermenge doch bis 
0,4G9gr. gesteigert ist, darauf beruht, dass die Luft keime 
(die, wie ein Plattenkultur von Gelass 10 auch erwiesen, 
in grosser Menge vorhanden waren) die Zuckerbildung 
fortgesetzt, nachdem sie vielleicht das Speichelferment 
überwältigt haben. Der Umstand, dass die Zuckermenge 
in 10 Tagen ca. 0,2 gr. nicht überstieg, könnte auf die 
Dichtigkeit dieser Hypothese deuten. 
Der Filtrationsversuch mit dem Inhalte des Kölbchens 10 
zeigt, dass das Zuckerferment — es sei ein organisâtes oder 
nicht, vom Speichel oder von der Luft herrührend — mit 
Alkohol niedergeschlagen werden, und dass es, auf oben 
erwähnte Weise behandelt, seine diastatische Wirkung auf 
eine grössere Stärkemenge ausdehnen kann. 
Versuch III. 
Von demselben Pferde wurde am Morgen — also *zu einer Zeit, 
bei der vorauszusetzen ist, dass die Drüse geruht hat — sowohl anti- 
septischer als gewöhnlicher Speichel aufgesammelt und folgendermaßen 
in den Brütofen gestellt : 
Antiseptischer Speichel mit: Gewöhnlicher Speichel mit: 
1. steriler Stärke; 1. steriler Stärke; 
2. steriler Stärke + XaCl-Lösung. 2. gewöhnlicher Stärke. 
;j. steriler Stärke (nach Durch¬ 
leitung von Sauerstoff, wie bei 
Versuch III; 
•t. steriler Stärke (mit Luft ge¬ 
schüttelt. wie hei Versuch ll); 
5. gewöhnlicher Stärke. , 
Am nächsten Tage war Zucker in den GefasseiO) mit gewöhnlichem 
Speichel, nicht aber in denen mit antiseptischem Speichel vorhanden. 
i) Die Gefässe mit steriler Stärke waren Reagensgläser, in welchen 
die Stärke (in Kleister form) bei 4 mal 10 Minuten Aufenhalt in kochend- m 
Wasserdampf sterilisirt worden war.
        

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