Bauhaus-Universität Weimar

Weitere Beiträge zur Chemie des Zellkerns. 
Von 
A. Kossel. 
(Aus der rhemUchen Abtheilung den physiologischen Instituts in Berlin.) 
(Der Redaktion zugegangen am 20. Februar 1886.) 
I. Ueber das Nucleïn im Dotter des Hühnerei’sl). 
Im Dotter des Hühnereis findet sich, wie Mies eher2 3) 
gezeigt hat, eine Substanz, welche von ihm als Nucleïn be- 
zeichnet wurde. Bunge8) stellte später denselben Körper 
aus Eidotter dar und wies nach, dass derselbe ausser den 
von Miesch er aufgeführten Bestandtheilen noch Eisen ent¬ 
hält. Bunge bezeichnete diesen Körper als «Hämatogen», 
da er wegen des Eisengehaltes vermutete, dass aus diesem 
Nucleïn der Blutfarbstoff gebildet werde4 S). 
Bereits früher war von einzelnen Embryologen die Frage 
erörtert worden, ob die bekannten Formelemente des weissbn 
Dotters als Zellkerne zu betrachten seien, ob man annelinicn 
dürfe, dass diese als fertige morphologische Bestandteile aus 
dem Nahrungsdotter in den sich entwickelnden Embryo hinein* 
transporta würden. Diese Fragen schienen durch die Kut- 
i) Vorläufige Mittheilung in den Verhandlungen der physiologischen 
Gesellschaft zu Berlin, Jahrgang 1884j85, Nr. 0 und 10, S. 27. 
*) Medicinisch-chemische Untersuchungen, herausgegeben von 
Hoppe-Seyler, S. 502. 
3) Diese Zeitschrift, Bd. 9, S. 49. 
4) Die Analysen Bunge's ergaben einen niedern P und S und 
einen höheren N-Gehalt als die Miescher s. 
Miescher: Bunge: 
P 6,9 5,19 
N 13,46 14,73 
S 0,9« 0,55 
i
        

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