Bauhaus-Universität Weimar

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Auch der Schmelzpunkt der trocknen Säure lag, wie 
der der Tauro-Cholalsäure, genau bei 194°. Eine krystallo- 
graphische Bestimmung endlich erwies die völlige Iden¬ 
tität der aus der menschlichen Galle im krystalli- 
sirten Zustand gewonnenen Säure mit der Cholal- 
säure der Rindergalle. 
Für die Ausführung der krystallographischen Bestimmung 
bin ich Herrn Dr. Tenne, Custos am mineralogischen Museum 
und Docent an der Universität in Berlin, zu Dank verpflichtet. 
Herr Dr. Tenne theilt mir über die Krystallform der Octaöder 
das Folgende mit: 
«Die aus alkoholischer Lösung gewonnenen Krystalle 
der aus Menschengalle dargestellten Cholalsäure entsprechen 
nach ihren Symmetrieverhältnissen den Anforderungen des 
rhombischen Systems. Die am Reflexionsgoniometer erhal¬ 
tenen Winkehverthe für die verschiedenen Flächen-Neigungen 
der fast allein auftretenden Pyramide sind bei der gewählten 
Stellung die folgenden (cf. Fig. 1): 
Kante X der Pyramide = 111: lfl = u : oi — 117° 38' Mittel aus 
7 Ablesungen an 1i Krystallen. 
Kante Y der Pyramide = 111 : 111 — o : 02' =114° 50' Mittel aus 
7 Ablesungen an 1 Krystjdl. 
Kante Z der Pyramide = 11Î : llT = o : 03 = 96° 40' Mittel aus 
11 Ablesungen an 2 Krystallen. 
Hierbei sind nur diejenigen Kanten berücksichtigt, welche 
die besseren Reflexe gaben, und es sind namentlich auch 
Ablesungen ausser Acht gelassen, welche von den sich er¬ 
gebenden Mittchverthen weiter abwichen. Dies Verfahren 
würde nicht als correct zu bezeichnen sein, wenn die Zu¬ 
rechnung zum rhombischen System auf die Resultate der 
Messung basirt wäre, doch handelte es sich in dem hier 
vorliegenden Falle nur um Ermittelung der Werthe für 
a : b : c, da die optische Untersuchung der einzelnen Flächen 
den Symmetriegrad der Individuen unzweifelhaft ergeben hatte. 
Das Verhältniss der Krystallaxen berechnet sich auf 
Grund der Kanten Z und Y zu 
a : b : c = 0,9(5137 : 1 : 0,77877,
        

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