Bauhaus-Universität Weimar

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B. Reindaratellung und Zusammensetzung deâ Sehnenmucine. 
Hat man 500 gr. Sehnenstückc (feucht) mit 500 ehern, 
halbgesättigtem Kalkwasser 4S Stunden lang digerirt, so 
reagirt die Flüssigkeit noch immer alkalisch, sie ist nie faden¬ 
ziehend, sondern leichtflüssig, durch ein grossmaschiges Falten¬ 
filter läuft sie besonders Anfangs rasch hindurch, später ver¬ 
legen sich die Filterporen. Es ist daher zweckmässig, sobald 
das Filtriren langsamer wird, auf ein neues Filter aufzugiessen 
und mit wenig Wasser nachzuspülen. Das mit verdünnter 
Essigsäure oder Salzsäure aus dem filtrirten Kalkex.tract gefällte 
Mucin enthält nicht geringe Mengen Eiweiss und in Aether- 
Alkohol lösliche Substanzen beigemengt, welche das Sehnen¬ 
gewebe an das Kalkwasser abgibt. Roll et t ') gibt an, den 
Mucinniederschlag durch Decantircn mit destillirtem Wasser 
so weit gereinigt zu haben, dass die Substanz aschefrei \v urdc. 
Ich habe, um mit grösseren Mengen ohne ansehnliche Ver¬ 
luste arbeiten zu können, folgendes Verfahren eingehalten: 
Nachdem das Kalkwasserextract zum ersten Male entweder mit 
Zusatz von geringen Mengen 5procentiger Essigsäure oder 2 pro 
Mille Salzsäure unter stetem Umrühren — successive bis zum 
Ueberschuss der Säure — gefällt war, stellte ich hin, um die 
vollkommene Abscheidung abzuwarten, was in l/a—1 Stunde 
stattfand. Die überstehende Flüssigkeit war zumeist molkig 
trübe, sie wurde sorgfältig abgehebert, um das Calciumacetat 
und die löslichen Salze schon diesmal so weit als möglich 
fortzuschaffen. Hierauf wurde 2 procentige Essigsäure aufge¬ 
gossen, flcissig umgerührt. Diesmal setzt sich der Nieder¬ 
schlag rasch, und beim dritten Aufgiessen 'der Essigsäure ist 
die über dem Niederschlag stehende Flüssigkeit schon voll¬ 
kommen wasserklar. Nun wird so lange mit Jpiocentigei 
Essigsäure dccantirt, bis eine Probe der Flüssigkeit sich weder 
mit Ferrocyankalium, noch mit Ammoniumoxalat und Silber¬ 
lösung mehr trübt. Zur Entfernung der Essigsäure wird mit 
destillirtem Wasser dccantirt; hierbei zeigt sich, dass in dem 
Maasse, als entsäuert wird, das Mucin seine Derbheit ver- 
i) L. c. S. 4:2.
        

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