Bauhaus-Universität Weimar

lieber die Grösse des HämoglobinmolecUls. 
Von 
Dr. 0. Ziuoffsky. 
(Der Redaction zugogangen am 2'J. Juli 1885.) 
Die bisherigen Analysen des Hämoglobins haben zu dem 
überraschenden Resultat geführt, dass diese Verbindung auf 
ein Atom Eisen GOO Atome Kohlenstoff, somit wenigstens 
GOli Atome Kohlenstoff in einem Molecül enthalt. Das Hämo¬ 
globin ist also unvergleichlich viel complicirter als alle uns 
bisher bekannt gewordenen chemischen Verbindungen. Die 
angeführte Grösse aber ist eine Minimalzahl. Sie ist aus der 
Voraussetzung berechnet worden, dass das Hämoglobin nur 
ein Atom Eisen im Molecül enthält. Diese Voraussetzung 
aber ist widerlegt, sobald es sich herausstellt, dass zwischen 
dem Eisengehalt und dem Gehalte an einem anderen Elemente 
kein einfaches Aequivalentverhältniss besteht. Sollte es sich 
zeigen, dass aut ein Atom Eisen nicht eine ganze Zahl von 
Schwefelatomen kommt, sondern eine ganze Zahl und ein 
Bruch, so müsste die Grösse des ganzen Hämoglobin-Molecüls 
mit dem Nenner dieses Bruches multiplied werden. Wir 
würden also gezwungen werden, uns dieses Molecül doch weit 
grösser zu denken. Es ist daher von hohem Interesse, den 
Eisen- und Schwefelgehalt des Hämoglobins genau festzu¬ 
stellen. >Vir würden dadurch einen Einblick in die Grösse 
und Complicirtheit der Eiweissmolecüle gewinnen. Die bis¬ 
herigen Analysen des Hämoglobins haben1 in Bezug auf den 
Eisen- und Schwefelgehalt sehr abweichende Resultate eigeben 
und kein einfaches Verhältniss zwischen beiden Elementen. 
f
        

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