Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Einfluss der Temperatur auf die Filtration von Eiweisslösungen durch thierische Membranen
Person:
Loewy, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16588/25/
5G1 
wasscr, wie er im Beginn fieberhafter Krankheiten verkömmt,, 
ljlutdruckverminderung mit verminderter Strömungsgeschwin¬ 
digkeit in späteren Stadien u. a. in. 
. • • » 
4 
Ih letzter Zeit wies nun Senator auf eine physikalische 
Veränderung des Blutes hin, «welche vielleicht--die Eiweiss¬ 
transsudation abnormer Weise zur Albuminurie steigern 
könnte, es ist dies die Zunahme der Temperatur.» — Meine 
Versuche haben eine absolute Zunahme des Filtrats an 
Eiweiss in allen, und eine Steigerung des procentischen 
Gehalts daran in den meisten Fällen ergeben, allein 
es ist doch dabei zu bedenken, dass diese Versuche über¬ 
haupt nicht unmittelbar mit den Vorgängen im Organis¬ 
mus in Parellele gestellt werden können, da es sich hier eben . 
um todtc Membranen handelt, ferner dass ich wirklich 
bedeutende, in’s Gewicht fallende Ausschläge nur bei Tem-. 
peraturdiflerenzen erhalten habe, wie sie in der OcConomie 
des thierischen Organismus dauernd überhaupt nicht Vor¬ 
kommen, dass ich bei denjenigen Versuchen hingegen, welche 
in ihren Temperaturunterschieden den Verhältnissen ungefähr 
analog sind, um welche es sich in fieberhaften Wärmc¬ 
erhöhungen handeln könnte, und bei welchen ich ziemlich 
die gleichen Wärmegrade 37° bis 42° G. an wandte, doch 
nur verhältnissmässig geringe Substanzzunahme zu constatiren 
hatte. Immerhin sprechen sie aber eher für als gegen die 
Annahme, dass die fieberhaft erhöhte Temperatur die Filtrir- 
barkeit des Eiweisses befördert, und da ausserdem in Folge 
gesteigerter Wasserverdunstung von der Haut der Urin con- 
omtrirter wird, so kann möglicherweise dadurch der relative 
Eiweissgehalt des Filtrats noch mehr steigen. 
Vorderhand möchte ich indessen meine Resultate vor¬ 
wiegend vom physikalischen Standpunkte betrachtet wissen; 
ob ein wesentlicher Einfluss auf die Erklärung physiologisch- 
pathologischer Erscheinungen daraus abzuleiten ist, scheint 
mir erst durch weitere Versuche erwiesen werden zu müssen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.